Öffentliches Leben ist lahmgelegt

Mindestens 31 Tote: "Snowzilla" wütet im Osten der USA

dpatopbilder epa05120648 A car is stuck on I Street during a major blizzard in Washington, DC, USA, 23 January 2016. Winter Storm Jonas is expected to dump more than two feet (61 centimeters) of snow in the Washington, DC region throughout weekend. EPA/JIM LO SCALZO +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Kein Durchkommen mehr auf den Straßen in Washington DC: Blizzard "Jonas" hat den Osten der USA lahmgelegt. 

Washington - Im Osten der USA tobt ein heftiger Schneesturm namens "Jonas", der bereits den Spitznamen "Snowzilla" hat. 31 Menschen hat er bereits getötet, das öffentliche Leben ist stillgelegt. 

Bei dem heftigen Schneesturm "Jonas" im Osten der USA sind am Wochenende mindestens 31 Menschen ums Leben gekommen. Mit teilweise mehr als 60 Zentimetern Neuschnee legte der inoffiziell "Snowzilla" genannte Blizzard das öffentliche Leben fast vollständig lahm. Mehr als 4400 Flüge fielen aus, die Flughäfen in New York, Philadelphia, Washington und Baltimore stellten den Betrieb vorübergehend ein. Rund 85 Millionen Menschen waren von dem Sturm betroffen.

Am Sonntag nutzten Einsatzkräfte eine Beruhigung der Wetterlage, um zugeschneite Straßen mit Spezialfahrzeugen zu räumen, schrittweise wurden die Fahrverbote aufgehoben. Auch der Flugverkehr normalisierte sich allmählich, auch wenn nach wie vor tausende Passagiere festsaßen.

In New York kamen Menschen mit Schneeschuhen und Schlitten aus den Häusern. "Das ist super. Die Fußgänger haben die Macht übernommen", freute sich Andrew, der vorsichtig die Fifth Avenue hinunterlief. Die Meteorologen sagten einen Anstieg der Temperaturen und Sonne für die kommenden Tage voraus. In Washington hatten sich etwa 3400 Menschen über soziale Netzwerke zu einer riesigen Schneeballschlacht verabredet, aber wegen des eingeschränkten Verkehrs schafften es bei weitem nicht alle.

Zuvor waren jedoch in den Bundesstaaten New York, North Carolina, South Carolina, Ohio, Virginia, Kentucky, Arkansas, Maryland und Delaware Tote zu beklagen. Die meisten kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben, aber auch Herzinfarkte beim Schneeschaufeln waren für viele Todesfälle verantwortlich. Die New Yorker Stadtverwaltung rief die Einwohner zunächst auf, möglichst zu Hause zu bleiben. Später erließen die Behörden ein Fahrverbot. Lediglich Rettungsdienste, Polizei und Feuerwehr durften noch mit Kraftfahrzeugen auf den Straßen unterwegs sein.

Während in New York die U-Bahn zunächst weiter fuhr, wurde auch der Bus- und Zugverkehr eingestellt. Washington traf die ungewöhnliche Entscheidung, den Nahverkehr bis Montagmorgen ganz einzustellen. Normalerweise transportiert die Metrorail etwa 700.000 Menschen am Tag. Das US-Repräsentantenhaus setzte alle Sitzungen für die gesamte Woche ab.

Eisiger Schneesturm legt Osten der USA lahm

In der Großstadt New York fielen bis Samstagabend 56 Zentimeter Neuschnee, die Schneedecke im New Yorker Central Park erreichte mit 68 Zentimetern innerhalb eines Tages das zweithöchste Niveau in der Stadt seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1869. Die Vorführungen am Broadway wurden gestrichen, Museen und Geschäfte waren geschlossen, Sportveranstaltungen wurden verschoben. Am Sonntag kam das öffentliche Leben in New York allmählich wieder in Gang, in Washington geschah dies deutlich langsamer.

Zuvor waren zahlreiche Autofahrer stundenlang im Schnee steckengeblieben. In Kentucky bildete sich auf der eisglatten Autobahn 117 ein 60 Kilometer langer Stau. Mehr als 200.000 Menschen waren ohne Strom. Pannen gab es nicht zuletzt durch das Gewicht des Schnees auf den oberirdisch verlegten Elektrizitätsleitungen. Die Behörden aktivierten rund 2200 Angehörige der Nationalgarde für Notfalleinsätze.

Für die Stadt New York und den gleichnamigen Bundesstaat wurde der Notstand ausgerufen. Experten schätzten die vom Sturm angerichteten Schäden auf mehr als eine Milliarde Dollar (gut 925.000.000 Euro).

Die Bewohner der betroffenen Gebiete hatten sich mit Hamsterkäufen auf den Schneesturm vorbereitet. Schulen und Behörden blieben in Washington schon am Freitag geschlossen. "Es gibt keinen Grund, draußen zu sein", sagte Bürgermeisterin Muriel Bowser.

afp

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