Seltenes Phänomen im März

Nächste Sonnenfinsternis könnte problematisch werden

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Eine ähnliche Sonnenfinsternis gab es zuletzt im Jahr 2003. (Archivbild)

Berlin - Im März erwartet uns eine extrem seltene Sonnenfinsternis. Ein vergleichbares Phänomen wird erst wieder im Jahr 2026 zu beobachten sein. Doch diesmal könnte das Naturspektakel nicht ganz unproblematisch werden.

Eine Sonnenfinsternis am 20. März könnte das Management des europäischen Stromnetzes auf die Probe stellen: Mit verstärkten Bemühungen um Reserven zum Ausbalancieren von starken Netzschwankungen und Schulungen von Mitarbeitern in Netzleitstellen bereiten sich die vier Übertragungsnetzbetreiber auf das Naturereignis vor, wie die Unternehmen 50 Hertz, Amprion, Tennet und Transnet am Montag mitteilten. Denn bei sehr sonnigem Wetter wird demnach während der Sonnenfinsternis die Stromeinspeisung zunächst deutlich sinken und dann drastisch ansteigen - und zwar um die Leistung von 19 Großkraftwerken.

Sonnenfinsternis: Herausforderung für Stromnetzbetreiber

Angesichts des mit rund 39.000 Megawatt hohen Anteils an installierter Photovoltaik-Leistung (PV) in Deutschland sowie in Italien und Frankreich stelle die partielle Sonnenfinsternis eine große Herausforderung dar, betonten die Übertragungsnetzbetreiber. Bei sonnigem Wetter werde in der ersten Hälfte der Sonnenfinsternis die PV-Einspeisung in Deutschland um rund zwölf Gigawatt zurückgehen und in der zweiten Hälfte der Finsternis - wenn die Sonne aufgrund der Mittagszeit noch höher steht - um etwa 19 Gigawatt ansteigen.

Der an der Strombörse vermarktete PV-Strom müsse während dieser beiden Phasen durch viele flexible Erzeugungsanlagen vollständig ausgeglichen werden. Daher wollen die Übertragungsnetzbetreiber für die Zeit der Sonnenfinsternis mehr sogenannte Regelenergie beschaffen, um so Schwankungen zwischen Stromangebot und -nachfrage auszugleichen. Bei bewölktem Himmel dürfte dagegen der Einfluss der Sonnenfinsternis auf die PV-Einspeisung vergleichsweise gering sein.

Ähnliche Sonnenfinsternis erst wieder 2026

Bei der partiellen Sonnenfinsternis am 20. März werden zwischen etwa 9.30 Uhr und etwa 12.00 Uhr bis zu 82 Prozent der Sonne durch den Mond abgedeckt sein. Ein solch hoher Bedeckungsgrad ist selten: Die letzte vergleichbare Sonnenfinsternis fand den Angaben zufolge im Mai 2003 statt, die übernächste wird erst im August 2026 zu beobachten sein.

Um sich auf die Auswirkungen der Sonnenfinsternis vorzubereiten, koordinieren die deutschen Übertragungsnetzbetreiber nach eigenen Angaben bereits seit mehreren Monaten in Arbeitsgruppen die notwendigen Schritte - auch auf europäischer Ebene und in Abstimmung mit der Bundesnetzagentur. Zu diesem Zweck ließen die vier Unternehmen eigens Studien von wissenschaftlichen Instituten erstellen.

AFP

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