Zwei Überlebende geborgen

Nach Absturz: Bundeswehr setzt Testflüge des A400M aus

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Die Feuerwehr von Sevilla twitterte ein Bild vom Unglücksort, das die verkohlten Trümmer des abgestürzten Airbus auf einem Feld zeigt.

Sevilla - Ein militärisches Transportflugzeug vom Typ Airbus A400M ist in Spanien abgestürzt. Mehrere Insassen kamen dabei ums Leben. Aus den Trümmern konnten aber auch zwei schwer verletzte Überlebende geborgen werden.

Beim Absturz eines Militärtransporters vom Typ Airbus A400M sind am Samstag in Spanien mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Wie die Rettungsdienste mitteilten, wurden aus den Trümmern der Maschine in der Nähe des Flughafens von Sevilla zwei schwer verletzte Überlebende geborgen. Ein Besatzungsmitglied wurde am Nachmittag vermisst. Alle Opfer sind Spanier. Es war der erste Absturz eines Transporters dieses neuen Typs.

Zur Ursache des Unglücks gab es keine Angaben. Nach Angaben des Herstellers soll der Pilot kurz vor dem Absturz noch einen Notruf abgesetzt haben. Das Verkehrsministerium leitete eine Untersuchung ein.

Das Unglück ereignete sich in der Nähe des Flughafens von Sevilla in Südspanien. Dort werden die Transportflugzeuge montiert und getestet, ehe sie an die Luftstreitkräfte diverser Staaten übergeben werden. Die Maschine sei zu einem Testflug gestartet, hieß es. Sie stürzte unmittelbar nach dem Start aus unbekannter Ursache ab und zerschellte auf dem Boden. Die Insassen des Flugzeugs seien spanische Mitarbeiter von Airbus, hieß es. Der Flugbetrieb in Sevilla wurde nach dem Unglück für mehrere Stunden eingestellt, berichtete die Agentur Efe.

Die Route des Unglücksflugzeugs ist hier zu sehen:

Regierungschef Mariano Rajoy, der zunächst von acht bis zehn Toten gesprochen hatte, erfuhr von dem Unglück bei einer Wahlkampfveranstaltung auf Teneriffa. Er brach die Kundgebung ab und machte sich auf den Weg nach Sevilla. Die Parteien sagten ihre für Samstag geplanten Wahlkampfveranstaltungen ab. In Spanien finden am 24. Mai Regional- und Kommunalwahlen statt.

Das Flugzeug hatte sich noch in der Testphase befunden und war noch nicht an die Streitkräfte eines Landes ausgeliefert worden. Wie der Hersteller Airbus Defense & Space am Samstag mitteilte, war die Unglücksmaschine für das türkische Militär bestimmt. Airbus hat A400M bislang an fünf Staaten ausgeliefert: Großbritannien, Malaysia, Deutschland, Frankreich und die Türkei.

Die Bundeswehr hat ihre erste und bislang einzige A400M im vergangenen Dezember erhalten. Insgesamt hat Deutschland 53 Maschinen bestellt. Der A400M zählt zu den Pannen-Projekten der Bundeswehr. Die Entwicklung der Militärmaschine hatte sich um Jahre verzögert. Außerdem ist das Flugzeug teurer geworden als zunächst geplant.

Ein Sprecher der Luftwaffe sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wir werden uns die Ursache für diesen Absturz ganz genau anschauen und kein Risiko für unser Personal eingehen.“ Der erste A400M sei momentan noch in der Einsatzprüfung durch die Luftwaffe. Für diese Woche waren Flüge mit der Maschine geplant.

Nach Informationen von Spiegel Online will die Luftwaffen-Führung die Testflüge mit der A400M aussetzen, bis es genaue Angaben zur Absturzursache gibt.

wei/dpa

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