Stolzenbach-Katastrophe: Witwe will 6000 Euro

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Archivfoto

Kassel/Borken. Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt verhandelt heute in Kassel im Berufungsverfahren die Klage einer Frau, die am 1. Juni 1988 beim Grubenunglück im nordhessischen Borken ihren Mann verloren hat. Die Klägerin fordert mindestens 6000 Euro Schmerzensgeld.

Die Katastrophe von Borken am 1. Juni 1988 war das schwerste Grubenunglück im deutschen Braunkohlebergbau. Bei der Kohlenstaubexplosion in der Grube Stolzenbach kamen 51 Bergmänner ums Leben. Sechs Arbeiter wurden 65 Stunden nach der Explosion aus 150 Metern Tiefe aus einer Luftblase wie durch ein Wunder gerettet.

Im August 2014 hatte das Landgericht Kassel die Zivilklage der Witwe eines der untertage Getöteten abgewiesen. Grund: Ein individuelles Verschulden der Beklagten sei nicht festzustellen, so die Richter vor zwei Jahren.

In dem damals schon fast fünf Jahre dauernden Prozess hatte die Frau gegen den pensionierten Bergwerksleiter und Eon als Nachfolgeunternehmen des einstigen Betreibers Preussenelektra geklagt. Hinter der Klage standen noch 15 weitere Hinterbliebene.

TV-Dokumentation

Eine Dokumentation im hr-Fernsehen am Dienstag, 3. Mai, ab 22.45 Uhr, soll zeigen, dass trotz wiederholter Gutachten, die auf extrem zünd- und explosionsgefährlichem Kohlenstaub in Borken hingewiesen hätten, in Borken kein umfassender Explosionsschutz eingeführt worden sei.

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