Darwin Award 2014

Skurrile Studie: Sind alle Männer Idioten?

+
Sind alle Männer Idioten? Eine neue Studie im Rahmen der "Darwin Awards 2014" will Aufschluss geben.

Morpeth - Männer sind Idioten und machen idiotische Sachen. Wer das bisher nur im Stillen gedacht hat, darf sich jetzt wissenschaftlicher Unterstützung erfreuen.

Britische Wissenschaftler haben errechnet, dass der überwiegende Teil der Darwin-Award-Träger männlich ist. Dieser Preis wird - meist posthum - an Menschen vergeben, die sich auf besonders dumme Weise versehentlich selbst eliminiert haben. Ihre Studie stütze die „Theorie von den männlichen Idioten“, schreiben die Forscher um John Dudley Isaacs, Direktor des Institute of Cellular Medicine in Newcastle (Großbritannien) im angesehenen „British Medical Journal“.

Der Darwin Award wird seit 1994 vergeben. Sein Name bezieht sich auf Charles Darwin, den Vater der Evolutionstheorie. Er „ehrt diejenigen, die den menschlichen Genpool verbessern, indem sie sich selbst daraus entfernen“, heißt es auf der Webseite. Zu den Nominierten gehört zum Beispiel ein Dieb, der ein Stahlseil aus einem Aufzugsschacht stehlen wollte. Leider hatte er beim Abmontieren nicht berücksichtigt, dass er noch im Lift stand - und rauschte in den Tod. Oder der Terrorist, der eine Briefbombe mit zu geringem Porto verschickte und den Brief nach der Rücksendung - warum auch immer - öffnete.

"Theorie von den männlichen Idioten"

Die Wissenschaftler um Isaacs hatten sich alle für den Darwin Award Nominierten von 1995 bis 2014 angeschaut. 332 der beschriebenen Fälle waren unabhängig begutachtet und bestätigt worden. 14 Nominierungen gingen an Männer und Frauen gleichzeitig - meist Paare, denen sexuelle Abenteuerlust zum Verhängnis geworden war. Sie schieden aus der Untersuchung aus. Von den verbleibenden 318 Fällen betrafen 282 Männer und nur 36 Frauen. Der Unterschied sei statistisch hoch signifikant, schreiben die Forscher.

Ihre Ergebnisse deckten sich mit der „Theorie von den männlichen Idioten“. Diese besage, dass der Grund für die erhöhte Risikobereitschaft von Männern, ihre höhere Sterblichkeit bei Unfällen sowie ihre häufigere Einlieferung in Notaufnahmen ist, dass sie schlicht Idioten sind und Idioten eben idiotische Sachen machen.

Absurde Todesfälle von Männern berichtenswerter?

Die Autoren schränken ein, dass andere Faktoren möglicherweise das Ergebnis beeinflussten. Es sei denkbar, dass Frauen einfach häufiger Männer nominierten als andersherum oder absurde Todesfälle bei Männern aus irgendeinem Grund berichtenswerter scheinen als bei Frauen. Auch Unterschiede im Alkoholkonsum zwischen Männern und Frauen seien nicht berücksichtigt - und Alkohol spiele sicherlich eine nicht unwesentliche Rolle in vielen der Ereignisse, die mit einem Darwin Award endeten. Zum Beispiel bei den drei Männern, die in einer Variation des russischen Roulettes abwechselnd Schnaps tranken und dann auf einer Landmine herumtrampelten.

Es sei verwirrend, dass Männer bereit sind, derart unnötige Risiken auf sich zu nehmen - als Mutprobe, um ihr Ansehen zu verbessern oder einfach, um anzugeben, schreiben die Forscher. Derweil betonen die Herausgeber des „British Medical Journal“, die Artikel der Weihnachtsausgabe seien zwar skurril und witzig, aber dennoch durch den üblichen Peer-Review-Prozess gegangen - also von Fachkollegen beurteilt. Es seien mithin echte wissenschaftliche Arbeiten.

dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.