Suchtkontrollrat: Immer mehr "Date-Rape-Drogen"

Wien - Der Suchtstoffkontrollrat schlägt Alarm: Immer häufiger werden Personen mit Drogen betäubt und dann vergewaltigt. Dennoch werden "Date-Rape-Drogen" nur schlecht kontrolliert.

Das Phänomen der sogenannten Date-Rape-Drogen, mit denen nichtsahnende Opfer außer Gefecht gesetzt und anschließend vergewaltigt werden, nimmt immer größere Ausmaße an. Heute werden ganz neue psychoaktive Substanzen verwendet, die leichter zugänglich sind und international weniger streng kontrolliert werden, geht aus dem am Mittwoch in Wien vorgestellten Jahresbericht des Internationalen Suchtstoffkontrollrates (INCB) hervor.

Der INCB fordert in dem Report alle Staaten auf, eine Resolution vom März 2009 so schnell wie möglich umzusetzen und die beunruhigende Zunahme des Missbrauchs von “Date-Rape-Drogen“ genau im Auge zu behalten. Strengere staatliche Kontrollmaßnahmen hätten bereits Erfolge gezeigt, hieß es. So sei etwa der Missbrauch von Flunitrazepam, das unter dem Markennamen Rohypnol verkauft wird, selten geworden. Das Mittel wurde in der Vergangenheit so häufig bei sexuellen Übergriffen missbraucht, dass es als “Date-Rape-Substanz“ bezeichnet wird.

Der Bericht erläutert weiter, dass der Missbrauch von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln in einigen Ländern zu einem großen Problem geworden sei. In manchen Staaten würden diese Medikamente von mehr Menschen genommen als Heroin, Kokain und Ecstasy zusammen.

Aufsehenerregende Todesfälle von Prominenten hätten 2009 diese Arzneimittel ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Sowohl bei Popstar Michael Jackson als auch bei US-Schauspielerin Brittany Murphy war eine Medikamentenvergiftung festgestellt worden. Die INCB forderte die Regierungen weltweit auf, den Verkauf von rezeptpflichtigen Substanzen durch Internet-Apotheken und andere Kanäle zu verbieten oder besser zu kontrollieren.

dpa

Rubriklistenbild: © schlaf

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