Terrorgefahr

USA und GB verschärfen Kontrollen an Flughäfen

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Die USA verschärfen ihre Sicherheitskontrollen an Flughäfen.

Washington - Aus Sorge vor möglichen Bombenanschlägen wollen die USA und Großbritannien die Sicherheit an ausländischen Flughäfen erhöhen.

Die USA warnen vor einer neuen Terrorgefahr, ausgehend von ausländischen Flughäfen. Auch deutsche Sicherheitskreis nehmen verstärkte Kommunikation unter Islamisten wahr. Die Sorge: Neue, nur schwer aufspürbare Bomben in Extremistenhand.

Washington (dpa) - Aus Sorge vor möglichen Bombenanschlägen mit neuartigen Sprengsätzen dringen die USA auf verstärkte Sicherheitschecks an ausländischen Flughäfen. Der Schritt beruhe auf einer veränderten Einschätzung der weltweiten Terrorgefahr, teilte Heimatschutzminister Jeh Johnson am Mittwoch mit. Nach Medienberichten fürchten die USA, dass Terrorgruppen aus Syrien und dem Jemen neuartige Sprengsätze entwickeln, die sich nur schwer aufspüren lassen.

Nach Angaben deutscher Sicherheitskreise stützten sich die US-Warnungen auf Informationen über eine verstärkte Kommunikation unter europäischen Rückkehrern aus Syrien, Afghanistan und Pakistan. „Das Grundrauschen ist lauter geworden“, hieß es am Donnerstag. Es gebe eine Reihe von Hinweisen auf Dschihadisten mit europäischem Aussehen und europäischen Pässen, die aus Europa in die USA reisen und dabei Anschläge verüben könnten.

Informationen über konkrete Planungen gebe es aber derzeit nicht. Deutsche Behörden seien von den US-Partnern über die Erkenntnisse informiert worden. Zum verdächtigen Personenkreis zählen Extremisten, die zum Teil aus Syrien, aber auch aus Afghanistan und Pakistan nach Europa zurückgekehrt seien. Dazu könnten auch Deutsche gehören, die in den Dschihad, den sogenannten Heiligen Krieg, gezogen sind.

Betroffen sind laut einer Mitteilung des Heimatschutzministeriums mehrere Flughäfen mit Verbindungen in die USA. Das Ministerium will innerhalb der nächsten zwei Wochen bei ausländischen Flughäfen und Fluggesellschaften darauf dringen, die Sicherheitschecks auszubauen, berichtete der US-Sender ABC unter Berufung auf informierte Kreise. Schuhe und elektronische Geräte von Passagieren sollten genauer untersucht werden. Zudem sollen an den Flughäfen weitere Geräte zum Aufspüren von Sprengsätzen aufgestellt werden. Auch sollen vereinzelt Passagiere genauer unter die Lupe genommen werden.

Es gehe um „sichtbare und unsichtbare Maßnahmen“, teilte Johnson mit. Man wolle den Flugbetrieb und den einzelnen Passagier dabei so wenig wie möglich beeinträchtigen. Ein konkretes Ziel oder eine Zeitplanung für neue Anschläge lägen noch nicht vor. Eine mit den Informationen vertraute Quelle nannte die mögliche Bedrohung „andersartig“ und „viel bedrohlicher“ als bisherige Anschläge auf Flugzeuge.

Die britischen Behörden reagierten nach Angaben der Zeitung „Guardian“ bereits auf die Ankündigung. Ein Sprecher des Transportministeriums sagte, ohne Einzelheiten zu nennen, dass einige Sicherheitsmaßnahmen im Flugverkehr verschärft werden. Die Anschlaggefahr werde derzeit als „erheblich“ eingestuft.

Laut ABC erwägen US-Behörden seit Monaten, die Sicherheitsmaßnahmen zu verschärfen. Sie seien durch Geheimdiensthinweise alarmiert worden, nach denen eine besonders extreme Untergruppe syrischer Terroristen in Zusammenarbeit mit jemenitischen El-Kaida-Kämpfern „kreative“ neue Bomben entwickele. Sie könnten vorhaben, ein Flugzeug auf dem Weg in die USA oder nach Europa zum Absturz zu bringen.

Aus diesem Umkreis stammte laut ABC auch der Sprengsatz, den der sogenannte „Unterhosenbomber“ Umar Farouk Abdulmutallab am 25. Dezember 2009 in der Unterhose an Bord einer Passagiermaschine schmuggelte, die er mit 300 Menschen auf dem Weg von Amsterdam in die USA in die Luft sprengen wollte. Eine Katastrophe beim Landeanflug auf den Detroiter Flughafen wurde vereitelt, weil ein Zünder nicht funktionierte und Passagiere den Attentäter überwältigten.

dpa

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