Nach DNA-Abgleich

Nach Tötung von Chinesin: Pärchen unter Mordverdacht

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Am 11. Mai wurde eine Frauenleiche in Dessau gefunden.

Dessau - Die Angst ging um in Dessau-Roßlau, nachdem eine chinesische Studentin vom Joggen nicht zurückkam. Ihre Leiche wurde schwer entstellt gefunden. Für die Tat soll ein Pärchen verantwortlich sein.

Schwer entstellt wurde die Leiche einer chinesischen Studentin in Dessau-Roßlau gefunden, nun haben die Ermittler ein junges Pärchen als Tatverdächtige ausgemacht. Der 20-jährige Mann, Sohn einer Polizistin, und seine gleichaltrige Partnerin werden des Sexualmordes an einer Architekturstudentin bezichtigt, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Folker Bittmann am Dienstag in der Stadt in Sachsen-Anhalt sagte. Gegen beide wurde Haftbefehl wegen des Verdachts des gemeinschaftlichen Mordes erlassen. Gestanden hätten die beiden jungen Leute die Tat bislang aber nicht.

Die Leiche der jungen Frau war am 13. Mai in einer Grünanlage nahe dem Anhaltischen Theater im Dessauer Zentrum gefunden worden. Die Studentin war zwei Tage zuvor zum Joggen aufgebrochen und nicht wieder zurückgekehrt. Sie starb laut Obduktion an schweren Verletzungen am Kopf und im Gesicht. In der Stadt ging die Angst um, dass Jogger besonders gefährdet seien. Auch ein fremdenfeindlicher Hintergrund wurde zunächst nicht ausgeschlossen. Beides hat sich laut Staatsanwaltschaft aber nicht bestätigt.

Tatverdächtiger meldete sich bei Polizei

Der tatverdächtige 20-Jährige habe sich am Montag bei der Polizei gemeldet und gesagt, die bei der Getöteten gefundene DNA könne von ihm stammen, berichteten die Ermittler. Einen Tag vor dem Verschwinden der Chinesin hätten er und seine Freundin sich mit ihr zum einvernehmlichen Sex zu dritt getroffen. Sie habe anschließend das Haus wieder verlassen. Ähnliche Angaben habe auch die Lebensgefährtin gemacht.

Die Aussagen stehen im Widerspruch zu Zeugenaussagen, wonach die Studentin zum Zeitpunkt des angeblichen Treffens beim Joggen und anderswo gesehen worden sei. „Nach diesen Angaben ist auszuschließen, dass die Äußerungen der Tatverdächtigen - zumindest was den Zeitpunkt angeht - zutreffen würden.“ Hinweise auf andere Tatverdächtige gibt es laut Bittmann nicht.

Nach bisherigen Erkenntnissen hatten sich Opfer und mutmaßliche Täter zuvor nicht gekannt. Als einen möglichen Grund, warum sich der Mann selbst bei der Polizei meldete, nannte die Staatsanwaltschaft den hohen Ermittlungsdruck. Zuvor hatte der Mann laut Angaben auch Kontakt zu seiner Mutter.

Unklar blieb zunächst, was der Sohn der Polizistin über das Geschehen gesagt hatte und wie die Mutter darauf reagierte. Der Mann soll schon früher bei der Polizei in Erscheinung getreten sein, aber nicht wegen ähnlicher Delikte.

Das Motiv und der genaue Tathergang waren bislang unklar. Das Opfer wurde laut den bisherigen Ermittlungen in einer leerstehenden Wohnung im Zentrum Dessaus getötet. Im Haus soll das Pärchen bis vor kurzem gelebt haben. Es wurden auch Blutspuren gefunden, die augenscheinlich von der Tat stammen. „Wir können davon ausgehen, den Tatort identifiziert zu haben“, sagte Bittmann weiter. Spuren zeigten, dass der leblose Körper aus einem Fenster im Erdgeschoss gehievt wurde.

dpa

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