Schreckliches Unglück in Südrussland

21 Menschen sterben bei Brand in psychiatrischer Klinik 

Moskau - Bei einem Brand in einem psychiatrischen Krankenhaus im Süden Russlands sind in der Nacht zu Sonntag 21 Menschen ums Leben gekommen.

Über 70 Menschen hätten sich in dem Holzgebäude in dem Dorf Alferowka der südrussischen Region Woronesch befunden. Das Holzgebäude wurde bei dem Feuer vollständig zerstört.

Erst nach vier Stunden gelang es der Feuerwehr, den Brand unter Kontrolle zu bringen, wie der Ministeriumssprecher sagte. Am Brandort seien 19 Leichen entdeckt worden, zwei Verletzte seien später ihren schweren Verletzungen erlegen, sagte ein Sprecher des Katastrophenschutzministeriums am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP.

Über 400 Feuerwehrleute im Einsatz

51 Menschen seien unbeschadet in Sicherheit gebracht worden, doch hätten 20 weitere bei dem Brand Verletzungen erlitten. Mehr als 440 Feuerwehrleute und Rettungskräfte waren mit 80 Fahrzeugen im Einsatz. Medien berichteten, der Brand sei durch einen Kurzschluss in den veralteten Stromleitungen ausgelöst worden.

Der Fernsehsender NTV berichtete, einige der Patienten hätten sich geweigert, das Haus zu verlassen, weil sie unter dem Einfluss von Schlaf- oder Beruhigungsmittel standen und daher die Gefahr nicht begriffen. "Die Leute hatten Angst und versteckten sich unter ihren Betten, als sie die Rettungskräfte sahen", berichtete ein Augenzeuge dem Fernsehsender Zvezda. "Es war furchtbar, der Rauch, der Brandgeruch und das Wissen, dass die, die im Innern geblieben sind, bereits tot sind."

Immer wieder ähnliche Brandkatastrophen

In Russland gibt es jedes Jahr tödliche Brände, weil sich viele Einrichtungen aus der Sowjetzeit in schlechtem Zustand befinden, und die Sicherheitsregeln vielfach nicht eingehalten werden. Im April 2013 kamen bei einem Brand in einem psychiatrischen Krankenhaus nahe Moskau 38 Menschen ums Leben. Laut Medienberichten waren alle Fenster des Gebäudes vergittert, während die Patienten mit starken Beruhigungsmitteln ruhig gestellt waren und daher nicht reagieren konnten.

Auch sonst sind medizinische Einrichtungen immer wieder von Brandkatastrophen betroffen: So starben im September 2013 37 Patienten, als in einer psychiatrischen Einrichtung im Nordwesten Russlands ein Feuer ausbrach. Im April des folgenden Jahres gab es acht Tote, als eine Entzugsklinik für Drogenabhängige in der sibirischen Altai-Region in Brand geriet.

uvs/

Rubriklistenbild: © dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.