Junge Mutter fiel ins Koma

Tampon bringt Frau in Lebensgefahr

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Weil sie ein verunreinigtes Tampon benutzte, verlor eine junge Mutter fast ihr Leben.

Doncaster - Sie dachte, es sei eine Grippe. Doch im Krankenhaus erhielt Joanna Cartwright die Diagnose: Ein verseuchtes Tampon hatte in ihrem Körper das Toxische Schocksyndrom ausgelöst.

Der Albtraum begann eines morgens im Badezimmer. Die damals 24-jährige Joanna Cartwright machte sich wie gewohnt frisch. Wenig später erkrankte sie. Immer wieder verlor sie das Bewusstsein, acht Hautschichten schälten sich vom Körper der dreifachen Mutter, Haare und Nägel fielen nach und nach aus. Im Krankenhaus teilten ihr die Ärzte mit, sie sei kurz davor, zu sterben. Ihre inneren Organe begannen zu versagen, die Ärzte versetzten die junge Mutter ins Koma. Mit der Daily Mail hat sie über ihr schreckliches Schicksal gesprochen.

"Ich dachte ich würde sterben"

Es war das Toxische Schocksyndrom (TSS), das die 24-jährige Cartwright fast getötet hätte. Verursacht wurde die Krankheit durch ein mit Bakterien verunreinigtes Tampon. Weil ihre inneren Organe zu versagen begannen, mussten die Ärzte die junge Mutter ins künstliche Koma versetzen. Acht quälende Tage blieb ihr Körper in einem ungewissen Zustand, dann passierte das Wunder: Die junge Mutter erwachte aus dem Koma. Doch weil sich ihre Hirnhaut entzündet hatte, verlor Cartwright ihr Gedächtnis.

Sie erkannte weder ihren Lebensgefährten, noch konnte sie die Bilder ihrer Kinder richtig einordnen, erzählte Cartwright der Daily Mail. "Alles, was ich wusste, war, dass es mir sehr schlecht geht. Ich dachte, ich würde sterben", sagte sie. Warum sie an TSS erkrankt war, ist für Cartwright bis heute ein Rätsel. "Ich habe nichts anders gemacht, als ich sonst jeden Monat tue", erklärt sie.

Sie kämpfte zwei Jahre mit den Folgen der Krankheit

Fast zwei Jahre hat Cartwright gebraucht, um zurück ins Leben zu finden. Ihr Gedächtnis ist schwer geschädigt. Außerdem hatte ihr Körper das Gehen verlernt. Mit der Hilfe von Physiotherapeuten musste sie sich das Laufen komplett neu beibringen. Teile ihres Gedächtnisses bleiben wohl für immer verloren. "Es war eine sehr traumatische Erfahrung und ich weiß, dass Teile von mir nie wieder so sein werden wie vorher", erklärt die heute 27-Jährige gegenüber der Daily Mail. Trotzdem ist sie zuversichtlich: "Ich bin einfach nur erleichtert, dass ich das alles geschafft habe und meine Töchter noch immer ihre Mutter haben - ich habe großes Glück gehabt."

Das Toxische Schocksyndrom: Symptome und Krankheitsverlauf

Das Toxische Schocksyndrom wird hierzulande auch "Tamponkrankheit" genannt. Hervorgerufen wird das schwere Kreislauf- und Organversagen durch Staphylokokken oder Streptokokken, die in die Blutbahn geraten und gefährliche Toxine (Giftstoffe) produzieren. Das äußerst seltene TSS geht mit Symptomen wie hohem Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen sowie Husten einher. Auch Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schwindel und plötzliche Ohnmachtsanfälle können Anzeichen sein. Deshalb dachte Joanna Cartwright auch zunächst, sie leide an einer Grippe. Nach diesen irreführenden Symptomen beginnt sich typischerweise die Haut schuppenweise abzulösen. Besonders Hände und Fußsohlen sind davon betroffen. Frauen sind von TSS weit häufiger betroffen. Oft sind verunreinigte Tampons Schuld, aber auch kurz nach einer Entbindung ist das Risiko deutlich erhöht.

Um sich vor TSS zu schützen, sollten Frauen während der Menstruation Tampons häufig wechseln. Vor dem Einführen sollen zunächst die Hände und Finger gründlich gereinigt werden. In der Nacht sind Binden sinnvoller als Tampons. Benutzen Frauen ein Diaphragma zur Verhütung, sollten sie dieses nicht länger als nötig tragen.

vin

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