Bangladesch

Überlebende von Fabrikeinsturz erhängt sich

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Angehörige der toten oder vermissten Textilarbeiterinnen hatten sich noch Monate nach dem Unglück an der Unfallstelle versammelt.

Dhaka - Sie überlebte die Einsturz-Katastrophe in einer Fabrik in Bangladesch: Doch neun Monate später hat die Textilarbeiterin Salma sich selbst das Leben genommen.

Neun Monate nach dem Fabrikeinsturz in Bangladesch mit mehr als 1100 Toten hat sich eine überlebende Textilarbeiterin das Leben genommen. Die Leiche der 27-jährigen Salma sei in ihrem Haus in Dhaka entdeckt worden, teilte die Polizei am Freitag mit. Demnach erhängte sich die junge Frau, die bei dem Unglück im April vergangenen Jahres eine schwere Kopfverletzung erlitten hatte, mit einem Schal.

Das Fabrikgebäude Rana Plaza war im April 2013 in sich zusammengestürzt. Dabei wurden 1135 Menschen getötet. Das Gebäude in einem Vorort der Hauptstadt Dhaka beherbergte fünf Textilwerkstätten. Der Einsturz hatte ein Schlaglicht auf die oftmals miserablen Arbeitsbedingungen in Bangladeschs Textilfabriken geworfen. Mehr als hundert Konzerne aus Europa und den USA sagten daraufhin zu, höhere Sicherheitsstandards bei ihren Zulieferern in Bangladesch durchzusetzen.

Salma war damals unter den Trümmern begraben und erst Tage später befreit worden. Sie lag mehrere Monate im Krankenhaus, der Polizei zufolge klagte sie aber auch nach ihrer Entlassung über rasende Kopfschmerzen. Nachbarn zufolge rammte die junge Frau oft ihren Kopf gegen die Wand, weil sie solche Schmerzen hatte und sich keine Medikamente leisten konnte.

afp

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