Riesenwirbel um die beliebte Figur

Ist Hello Kitty gar kein Kätzchen?

Hello Kitty
+
Hello Kitty ist ein weltweiter Verkaufsschlager.

Tokio - Hello Kitty sieht aus wie eine Katze - ist aber keine. Mit dieser Klarstellung verwirrt der japanische Hersteller der Figur, die Firma Sanrio, die Fans.

Mit ihrem Schleifchen am Scheitel und pinkfarbenen Kleidern ist Hello Kitty - zu Deutsch „Hallo Kätzchen“ - vielen Mädchen und Erwachsenen als niedliches Kätzchen ohne Mund lieb und teuer. Jahr für Jahr spült sie dem japanischen Sanrio-Konzern Milliarden in die Kassen. Was jedoch kaum jemand ahnte: Hello Kitty ist gar kein Kätzchen, sondern ein Schulkind namens Kitty White, das bei London lebt.

Die Anthropologin Christine Yano von der Universität Hawaii hatte die Firma angeschrieben, um ihre Texte zu einer Ausstellung im Japanese American National Museum in Los Angeles anlässlich des 40. Geburtstags der Figur auf mögliche Fehler überprüfen zu lassen, wie sie der "Los Angeles Times" (Mittwochsausgabe) sagte. In der Antwort habe Sanrio dann "sehr entschieden" betont, dass die weiße Figur mit den Katzenohren und Schnurrbarthärchen keineswegs eine Katze sei.

Hello Kitty hat Blutgruppe A

"Sie ist eine Comicfigur. Sie ist ein kleines Mädchen", lautete die Antwort an die Anthropologin, die sich auf den Inbegriff des japanischen Wortes "kawaii" ("niedlich") spezialisiert hat und bislang selbst immer davon ausging, Hello Kitty sei ein Kätzchen.

Ein Sanrio-Sprecher sagte AFP am Donnerstag in Tokio, zwar habe das Design das Katzenmotiv aufgegriffen. Aber nichts in der Szenerie rund um die Figur deute auf eine Katze hin: "Sie wurde nie auf vier Beinen gesehen. Sie läuft und sitzt wie ein zweibeiniges Wesen".

Die Figur heiße Kitty White, sei am 1. November 1974 in Südengland geboren, Sternzeichen Skorpion, Blutgruppe A. Sie habe eine Zwillingsschwester namens Minny White und wohne in einem ungenannten Vorort von London. Kitty habe allerdings eine Katze als Haustier: Charmmy Kitty.

Im Internet löste die Aussage Riesenwirbel aus. "Blödsinn", schrieb etwa ein Fan auf der Facebook-Seite des Herstellers. "Ich wusste nicht, dass Mädchen Pfoten, Katzenohren und Schnurrhaare haben." Hunderte andere stimmten zu. "Ich denke nicht, dass irgendjemand in Japan davon überrascht war", kommentierte der Firmensprecher trocken.

Sängerin Katy Perry schaltete sich in die erhitzte Diskussion ein und betonte scherzhaft, ihre Katze namens Kitty Purry sei nach wie vor eine Katze, wie sie auf Twitter schrieb.

Alles nur ein Missverständnis!

Doch die Aufregung scheint umsonst zu sein: Der englische Japan-Blog Kotaku fragte noch einmal beim Hersteller nach und bekam die erhellende Antwort: „Hello Kitty wurde nach dem Vorbild einer Katze erschaffen. Es würde zu weit gehen zu sagen, dass Hello Kitty keine Katze ist. Hello Kitty ist eine personifizierte, also eine vermenschlichte Katze.“

Hintergrund des Missverständnisses sind wohl kulturelle und sprachliche Eigenheiten des Landes. 

Hello Kitty als weltweiter Verkaufsschlager 

Nach ihrer Geburt 1974 diente Hello Kitty zunächst als Illustration einer Kindergeldbörse und wuchs später zu einer internationalen Stil-Ikone heran, die mit Zehntausenden Produkten in aller Welt zu einem gigantischen Exportschlager für Japan wurde - fast wie Sushi. Mittlerweile gibt es Produkte für Kunden jeden Alters: von Kleidern, Spielzeug, Schreibwaren, Toastern, Parfüm, Schmuck bis hin zu Computern und Handys. In Japan betreibt Sanrio Hello-Kitty-Erlebnisparks, in Taiwan soll es sogar eine Geburtsklinik geben, in der Frauen umgeben von Hello-Kitty-Figuren entbinden.

dpa/AFP/hn

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.