Umfrage: Höhere Strafe schreckt Schwarzfahrer nicht ab

+
Das "erhöhte Beförderungsentgelt" war 2015 von 40 auf 60 Euro erhöht worden. Foto: Lukas Schulze/Illustration

Berlin (dpa) - Die vor einem Jahr beschlossene Bußgelderhöhung von 40 auf 60 Euro scheint potenzielle Schwarzfahrer laut einer Umfrage nicht zu beeindrucken.

Im Schnitt verharrte die Schwarzfahrerquote 2015 bei rund 2,6 Prozent - ein gegenüber dem Vorjahr nahezu identischer Wert, wie die "Wirtschaftswoche" am Freitag berichtete. Dies habe eine Umfrage unter den Verkehrsgesellschaften in den 20 größten Städten ergeben.

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und das Verkehrsministerium hatten sich damals von der Erhöhung eine stärker abschreckende Wirkung erhofft. Verbraucherschützer und der Fahrgastverband Pro Bahn kritisierten, dass die Erhöhung auch diejenigen treffe, die sich nicht in den komplizierten Tarifsystemen zurechtfinden oder am Automaten scheiterten.

Nur acht der 20 größten Städte in Deutschland meldeten für das Jahr 2015 der Umfrage zufolge sinkende Schwarzfahrerquoten im Vergleich zum Vorjahr. Sonst sei die Zahl der Sünder meist gleich geblieben. In Dortmund, Hannover oder Nürnberg ist sie den Angaben zufolge gestiegen. Der geschätzte wirtschaftliche Schaden dürfte sich daher bundesweit auf rund 250 Millionen Euro pro Jahr einpendeln, heißt es weiter in dem Bericht.

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) leiden laut "Wirtschaftswoche" unter den meisten Reisenden ohne gültiges Ticket. Die Schwarzfahrerquote in den Bussen und U-Bahnen der BVG lag demnach im vergangenen Jahr bei sechs Prozent.

Das "erhöhte Beförderungsentgelt" war 2015 zum ersten Mal seit zwölf Jahren angehoben worden. Diesen Betrag muss zahlen, wer in Bus oder Bahn ohne Ticket erwischt wird oder seinen Fahrschein nicht ordnungsgemäß entwertet hat.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.