Umfrage des Bayerischen Rundfunks

Sind die Medien in einer Glaubwürdigkeitskrise?

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Sechs von zehn Befragten denken, dass Nachrichtenmedien vorgegeben wird, worüber sie berichten sollen.

München - Nur gut ein Drittel der Deutschen hält Nachrichtenmedien für unabhängig. Das ergab eine Umfrage für die Medienforschung des Bayerischen Rundfunks. Warum misstrauen die Deutschen den Medien?

Die Mehrzahl der Menschen in Deutschland hält Nachrichtenmedien für gelenkt. Das ergab eine am Montag in München veröffentlichte repräsentative Umfrage des Instituts TNS emnid für die Medienforschung des Bayerischen Rundfunks. Demnach denken sechs von zehn Befragten, dass Nachrichtenmedien vorgegeben wird, worüber oder auf welche Art sie berichten sollen. 

Die Kernergebnisse der Studie zeigen jedoch, dass der Begriff "Glaubwürdigkeitskrise" differenziert betrachtet werden muss. Nach wie vor halten drei Viertel der Befragten das öffentlich-rechtliche Fernsehen und die Tageszeitungen für glaubwürdig. Zwei Drittel vertrauen laut der Studie auch dem öffentlich-rechtlichen Radio. Glaubwürdigkeit und Verständlichkeit sind die wichtigsten Qualitätsmerkmale der etablierten Medien in Deutschland. 

56 Prozent der befragten Bürger ab 18 Jahren informieren sich laut der Studie fast täglich über öffentlich-rechtliche Fernsehsender, 47 Prozent über deren Radioprogramme. 45 Prozent der Befragten gaben an, täglich eine Zeitung zu lesen.

Zweifel an Transparenz und Vollständigkeit

Allerdings zeigt die Studie auch, dass viele Menschen in Deutschland daran zweifeln, ob die Nachrichtenmedien wirklich unabhängig sind. Es wird gefordert, dass Medien noch stärker auf Vollständigkeit achten, ihre Quellen transparenter darlegen und neben Problemen auch stärker über Lösungen berichten.

„Als Handelnde im Hintergrund gelten insbesondere Politik (Regierung und Parteien) und Wirtschaft (Lobbyismus und Druck von Werbekunden)“, heißt es. Nur gut ein Drittel der Befragten (34 Prozent) halte die Berichterstattung der deutschen Nachrichtenmedien für wirklich unabhängig.

dpa/mm

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