Umweltstiftung setzt Signal für Nachhaltigkeit und Klimaschutz

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Der Kieler Klimaforscher Mojib Latif erhält in diesem Jahr den Deutschen Umweltpreis. Foto: Arno Burgi/Archiv

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt würdigt mit den diesjährigen Umweltpreisträgern Wissenschaftler, die sich für den Nachhaltigkeitsgedanken und den Klimaschutz einsetzen. Die Stiftung sieht es als ein Signal vor dem UN-Klimagipfel in Paris im November.

Osnabrück (dpa) - Der Kieler Klimaforscher Mojib Latif und der schwedische Nachhaltigkeitsexperte Johan Rockström bekommen in diesem Jahr den Deutschen Umweltpreis.

Rockströms Verdienste liegen aus Sicht der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) darin, dass er sich intensiv mit den Grenzen der Belastbarkeit des Ökosystems der Erde auseinandergesetzt habe. Latif sei einer der bekanntesten Klimaexperten Deutschlands. Er habe in zahlreichen Veröffentlichungen komplexe Sachverhalte für ein breites Publikum in eine verständliche Sprache übersetzt, teilte die DBU in Osnabrück mit. Beide Wissenschaftler teilen sich ein Preisgeld von 490 000 Euro.

Den mit 10 000 Euro dotierten Ehrenpreis erkannte die DBU dem letzten stellvertretenden Umweltminister der DDR, Michael Succow, zu. Er habe in den letzten Tagen der DDR dafür gesorgt, dass noch vor der Wiedervereinigung große Flächen als Naturschutzgebiete ausgewiesen wurden. Der Deutsche Umweltpreis wird am 8. November in Essen verliehen. Überreicht wird er von Bundespräsident Joachim Gauck.

Der 49 Jahre alte Rockström ist seit 2007 Direktor des Stockholm Resilience Centre. Unter Resilienz versteht man die Widerstandsfähigkeit von Systemen gegen Störungen und Belastungen. Rockström habe zusammen mit anderen internationalen Experten gezeigt, dass in einigen Bereichen die ökologischen Kapazitäten der Erde bereits überschritten seien, sagte DBU-Generalsekretär Heinrich Bottermann. Unter anderem geht das Ziel der internationalen Klimapolitik, die globale Erwärmung auf weniger als zwei Grad gegenüber dem Niveau vor Beginn der industriellen Revolution zu begrenzen, auch auf die Arbeit Rockströms zurück. Rockström setze sich dafür ein, dass die Biosphäre in dem Zustand gehalten werde, der sie für den Menschen bewohnbar mache und er warne vor den Folgen nicht umkehrbarer Umweltveränderungen.

Der 60 Jahre alte Latif ist Leiter des Forschungsbereichs Ozeanzirkulation und Klimadynamik im Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Er weise in seinen Büchern und anderen Veröffentlichungen seit Jahren darauf hin, dass die Erde ohne intakte Ozeane unbewohnbar zu werden drohe, hieß es. Latif wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Preis der Max-Planck-Gesellschaft für "Öffentliche Wissenschaft" und dem DUH-Umwelt-Medienpreis 2004 in der Kategorie Lebenswerk der Deutschen Umwelthilfe.

Succow habe kurz vor Ende der DDR am 12. September 1990 die Beschlussvorlage für das Gesetz zur Festsetzung von Großschutzgebieten auf die Tagesordnung des Ministerrats gehoben. Damit habe der heute 74 Jahre alte Succow Ostdeutschlands wertvollste Landschaften vor dem Zugriff von Industrie, Gewerbe und Tourismus geschützt, sagte Bottermann. Ein Handeln, für das Succow schon 1997 den Alternativen Nobelpreis bekam.

Mit ihrer Wahl wolle die Deutsche Bundesstiftung Umwelt im Vorfeld zweier wichtiger Umweltkonferenzen ein Signal setzen, sagte Bottermann. Ende September gehe es bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen um Weichenstellungen für die künftigen globalen Nachhaltigkeitsziele. Ende November steht die UN-Klimakonferenz in Paris an.

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