Untersuchungskommission startet

England: Herunterspielen von Missbrauchsfällen

+
In Folge der Affäre um BBC-Entertainer Jimmy Savile wurden zahlreiche verheerende Missstände öffentlich. 

London - In England und Wales startet jetzt die Untersuchungskommission zum Kindesmissbrauch in Großbritannien. Auslöser war die Affäre um BBC-Entertainer Jimmy Savile. 

In England und Wales könnte jedes 20. Kind Opfer von Missbrauch geworden sein. Das sagt die Leiterin einer Untersuchungskommission, die Kindesmissbrauch in weiten Teilen der britischen Gesellschaft aufklären soll. Die neuseeländische Richterin Lowell Goddard startete die Untersuchung am Donnerstag mit einem Jahr Verzögerung. Zuvor hatten zwei vom britischen Innenministerium vorgeschlagene Vorsitzende wegen Befangenheitsvorwürfen aufgeben müssen.

Im Zuge der Affäre um den ehemaligen BBC-Entertainer Jimmy Savile waren in Großbritannien verheerende Misstände quer durch alle Bevölkerungsschichten aufgedeckt worden. Vorwürfe des Kindesmissbrauchs wurden bis hinein in höchste politische Kreise laut. Unter anderem sollen neben zahlreichen Unterhaltungsstars im Umfeld der BBC der inzwischen gestorbene frühere Innenminister Leon Brittan sowie weitere hochrangige Politiker beteiligt gewesen sein. In mehreren Städten flogen Ringe von Kinderschändern etwa in der Taxifahrer-Szene auf.

„All das hat Narben hinterlassen, nicht nur bei den Opfern, sondern auch in der Gesellschaft“, sagte Goddard zum Auftakt der Untersuchung. „Niemand, egal wie mächtig, wird in der Lage sein, unsere Ermittlungen zu behindern“, kündigte sie an. Es gebe Anzeichen für systematisches Herunterspielen und Falschdarstellung bei Polizei und anderen Behörden. Die Untersuchung soll mehrere Jahre dauern.

dpa

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.