Unwetter in Europa: 50 Tote!

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Sturmtief "Xynthia" kostete in Europa bisher 50 Menschen das Leben. Drei davon starben in Deutschland.

Paris - Sturmtief "Xynthia" reißt in Europa bisher 50 Menschen in den Tod. Drei davon starben in Deutschland. Die Meisten ertranken bei Überschwemmungen. An der Küste erreichte der Sturm Orkanstärke.

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Sturm sorgt für Chaos bei der Bahn

Allein in Frankreich kamen am Wochenende mindestens 45 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen ertranken bei Überschwemmungen; zahlreiche Häuser liefen voll Wasser. Der Sturm hinterließ eine Spur der Verwüstung: Bäume wurden entwurzelt, alles, was nicht niet- und nagelfest war, flog wie Geschosse durch die Luft. Hunderte Flüge mussten gestrichen werden; der Bahnverkehr kam teilweise zum Erliegen.

Der Orkan tobte mit Geschwindigkeiten von 150 Stundenkilometern an der Atlantik-Küste, bis zu 200 km/h auf den Höhenlagen der Pyrenäen, wo auch Lawinenalarm herrschte. Sintflutartige Regenfälle führten zu Überschwemmungen. Etwa 900.000 Franzosen waren ohne Strom. Wegen überfluteter Gleise war der Zugverkehr in Westfrankreich gestört. In Paris fielen zahlreiche Flüge aus.

Katastrophenzustand

In Frankreich könnte sich die Zahl der Toten noch erhöhen: Zwölf Menschen wurden vermisst. Der Zivilschutz zählte rund 60 Verletzte. Premierminister François Fillon sprach von einer nationalen Katastrophe. Die offizielle Ausrufung des Katastrophenzustands in den am schwersten betroffenen Regionen sei in den nächsten 48 Stunden zu erwarten, erklärte Fillon am Sonntagabend.

Es ist der schwerste Sturm in Frankreich seit 1999, als 90 Tote zu beklagen waren. Zuvor war “Xynthia“ über die Kanarischen Inseln und die Nordküste Spaniens hinweggefegt. In Spanien kamen drei Menschen ums Leben: Zwei wurden bei Arlanzon in ihrem Auto von einem Baum erschlagen. In Ourense starb eine Frau. In Portugal verletzte ein fallender Ast einen Zehnjährigen beim Ballspielen neben einer Kirche tödlich.

Orkanstärke an Küsten und Hochwasser

Präsident Nicolas Sarkozy sprach den Angehörigen der Opfer seine Anteilnahme aus. Am späten Nachmittag gab es beim Premierminister François Fillon ein Krisentreffen. Wirtschaftsministerin Christine Lagarde appellierte an die Versicherungen, so schnell wie möglich Entschädigungen auf den Weg zu bringen.

Die Zahl der Opfer könnte sich nach Angaben der Behörden möglicherweise noch erhöhen. In mehreren Orten in der Nähe von La Rochelle stand das Wasser bis zu 1,50 Meter hoch in den Straßen, Menschen retteten sich auf Häuserdächer. Mehrere Hubschrauber waren im Einsatz. An den Küsten erreichte der Sturm Orkanstärke mit einer Geschwindigkeit von bis zu 150 Stundenkilometer.

30 entwurzelte Bäume bei Schloss Versailles

Air France strich etwa 100 von 700 Flügen, die am Sonntag auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle starten oder landen sollten. Auch zahlreiche Bahnverbindungen fielen aus oder hatten große Verspätung, weil die Gleise durch herabgefallene Äste blockiert waren. In den Pyrenäen stürzten Felsbrocken auf die Straßen. Die Grenze zu Spanien wurde zeitweise geschlossen.

Rettungskräfte mussten zahlreiche umgestürzte Bäume von den Straßen räumen. Am Schloss von Versailles entwurzelte der Sturm etwa 30 Bäume. In Paris waren alle Parks gesperrt. Viele Franzosen erinnerten das Sturmtief an das Unwetter zur Jahrtausendwende. Damals kamen 92 Menschen ums Leben. Die Schäden betrugen mehrere Milliarden Euro.

dpa

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