Proteste in New York

Bei Ferguson: Cop erschießt schwarzen Teenager

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In den USA kam es in den vergangenen Monaten wiederholt zu heftigen Protesten gegen Polizeigewalt - so wie hier in Cleveland.

St. Louis - Unweit der US-Stadt Ferguson im Bundesstaat Missouri hat ein Polizist laut Medienangaben einen schwarzen Jugendlichen erschossen.

Die Zeitung „St. Louis Post-Dispatch“ (Mittwoch) sprach von einem schwarzen 18-Jährigen. Seine Mutter haben ihn identifiziert. Die genaue Identität des Toten sei bislang nicht geklärt. Zu den Schüssen kam es am späten Dienstagabend vor einer Tankstelle in Berkeley, heißt es in einer Erklärung der Polizei auf Facebook.

Bei einer Routinekontrolle seien Polizeibeamte auf zwei Männer gestoßen, von denen einer eine Waffe auf die Polizisten richtete. Der Beamte habe in Notwehr gehandelt und mehrere Schüsse abgegeben. Er habe „Angst um sein Leben“ gehabt. Der zweite Mann sei geflüchtet, eine Untersuchung sei eingeleitet worden. Am Tatort sei eine Waffe sichergestellt worden.

Am Tatort kam es am Mittwochmorgen zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten, berichtete der Sender NBC. Spontan versammelten sich rund 200 Menschen, es kam zu Handgreiflichkeiten. Einige Müllbehälter brannten.

In New York kam es in der Nacht auf Mittwoch (Ortszeit) erneut zu Protesten gegen Polizeigewalt. Laut „New York Daily News“ waren einige hundert Demonstranten auf den Straßen, obwohl Bürgermeister Bill de Blasio um eine Pause gebeten hatte. Erst sollten zwei am Wochenende erschossene Polizisten beerdigt sein, hatte de Blasio erklärt. Die Demonstrationen seien friedlich verlaufen, hieß es.

In Ferguson war der unbewaffnete Schwarze Michael Brown im August durch die Schüsse eines Polizisten gestorben. Trotzdem muss sich der Polizist nicht vor Gericht verantworten. Nach diesem und ähnlichen Vorfällen kam es in den USA wiederholt zu heftigen Protesten gegen Polizeigewalt.

US-Polizei ermittelt nach rassistischem Lied von Ex-Kollegen

Unterdessen hat die Polizei von Los Angeles Vorermittlungen gegen eigene Beamte wegen eines rassistischen Schmähgesangs eingeleitet. Ein Polizeisprecher bestätigte den Vorgang am Dienstag. Die Prominenten-Website "TMZ hatte zuvor von einem Video berichtet, das bei einer von einem Ex-Polizisten organisierten Feier aufgenommen worden sei. Darauf sind rassistische Gesänge zu hören, die sich gegen den von Polizisten getöteten Schwarzen Michael Brown richten. In dem Song heißt es laut "TMZ" unter anderem "Sein Hirn ist auf dem Boden verteilt".

Der frühere Bundespolizist und Privatdetektiv Gary Fishell habe die "Parodie" vor etwa 50 Gästen bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung vorgetragen, die von dem pensionierte Polizisten Joe Myers organisiert worden sei. Der Polizeisprecher sagte AFP, es handele sich um einen 2007 aus dem Polizeidienst ausgeschiedenen Kollegen. Die Vorermittlungen sollten klären, ob an der Veranstaltung aktiv im Dienst stehende Kollegen teilgenommen hätten

dpa/afp

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