Vater hält Tochter 24 Jahre im Keller gefangen

Wien - In Niederösterreich hat ein Mann seine Tochter mehr als 20 Jahre lang gefangen gehalten und immer wieder sexuell missbraucht. Die Polizei bestätigte am Sonntag einen Bericht des Österreichischen Rundfunks (ORF). Darin heißt es, dass sich der 73- Jährige des Inzests schuldig gemacht haben soll.

Seine heute 42 Jahre alte Tochter habe sechs Kinder, von denen vier von ihrem Vater stammen könnten. Das Schicksal der Frau erinnert an den Fall der Österreicherin Natascha Kampusch, die achteinhalb Jahre in der Gewalt ihres Kidnappers lebte.

Das Martyrium der 42-Jährigen aus dem Bezirk Amstetten wurde publik, als ihre 19-jährige Tochter vor einer Woche bewusstlos im Haus ihres "Großvaters" gefunden wurde. Auf der Suche nach der Mutter, bei der auch die Medien eingeschaltet wurden, entdeckten die Ermittler im Haus des verdächtigen Mannes zunächst einen Brief, in dem es hieß: "Sucht mich nicht, denn es wäre zwecklos und würde mein Leid und das meiner Kinder nur erhöhen." Der folgende Satz "Auch zu viele Kinder und Bildung sind dort nicht erwünscht", brachte die Polizei zunächst auf eine falsche Fährte. Die Behörden vermuteten zunächst, dass sich die Frau in den Händen einer Sekte befinden könnte.

Nach Angaben der Polizei liegt die 19-jährige Tochter auf der Intensivstation und ringt mit dem Tod. Woran sie erkrankt ist, ist nicht bekannt. Um die anderen Kinder kümmere sich ein Kriseninterventionsteam. Über deren Zustand wurden zunächst keine Details bekannt. Die Polizei verhängte eine Nachrichtensperre. Im Rahmen der Ermittlungen seien von allen Beteiligten DNA-Proben genommen worden, meldete die Nachrichtenagentur APA.

Der Fall könnte das Martyrium Natascha Kampuschs an Grausamkeit noch überbieten. Kampusch wurde 1998 im Alter von zehn Jahren auf dem Schulweg gekidnappt und von ihrem Entführer acht Jahre in einem Verlies unter einer Garage festgehalten. Im August 2006 gelang ihr die Flucht. Ihr Entführer beging nur wenige Stunden später auf der Flucht vor der Polizei Selbstmord.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.