Mutmaßlicher Kindermörder

Silvio S. bricht sein Schweigen: "Ich bereue, was ich getan habe"

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"Ich bereue, was ich getan habe. Und ich weiß auch, was ich getan habe." Foto: Ralf Hirschberger

Potsdam - Der mutmaßliche Mörder der beiden Kinder Elias und Mohamed ergreift die letzte Gelegenheit, sich im Prozess persönlich zu Wort zu melden. Ihm sei klar, dass er seine Taten nicht wiedergutmachen könne, sagt er.

Der mutmaßliche Kindermörder Silvio S. hat völlig überraschend vor Gericht sein Schweigen gebrochen und seine Schuld am Tod von zwei kleinen Jungen eingeräumt. „Ich möchte mich eigentlich nur entschuldigen bei all denen, denen ich mit meinen Taten Leid zugefügt habe, bei den Familien und Freunden von Elias und Mohamed“, sagte der 33-Jährige am Dienstag vor dem Landgericht Potsdam. Es war der elfte und vorletzte Tag seines Prozesses.

Die Anklage wirft Silvio S. vor, im vergangenen Jahr die beiden Jungen Elias (6) und Mohamed (4) entführt und ermordet zu haben. Das Strafmaß soll nächste Woche verkündet werden.

Der Staatsanwalt fordert lebenslange Haft und Sicherungsverwahrung. Auch aus Sicht der Verteidiger wird ihr Mandant nicht um lebenslange Haft herumkommen. Jedoch seien die Verhängung von Sicherungsverwahrung und die Feststellung von besonderer Schwere der Schuld, wie es beides der Staatsanwalt gefordert hatte, nicht gerechtfertigt.

Eine besondere Schwere der Schuld kann vorliegen, wenn die Tat besonders verwerflich war, der Täter sehr brutal und grausam vorgegangen ist oder dem Opfer große Qualen zufügt hat. Eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ist dann erschwert.

Silvio S. hatte zuvor nur mit Polizisten und einem Psychiater gesprochen und ihnen gegenüber ein Teilgeständnis abgelegt; in der Verhandlung hatte er aber geschwiegen. Mit dem Schlusswort vor dem Urteil ergriff er die letzte Gelegenheit: „Ich bereue, was ich getan habe. Und ich weiß auch, was ich getan habe.“

Silvio S. sagte: „Es gibt kein Wort auf der Welt, das beschreiben könnte, wie leid es mir tut. Wenn ich es ungeschehen machen könnte, würde ich es tun. Ich selbst aber kann mir das nicht verzeihen. Ich werde in der Haft alle Behandlungen annehmen, die angeboten werden, damit so etwas auf keinen Fall noch einmal passieren kann.“

Der 33-Jährige verlas die Erklärung von einem handgeschriebenen Zettel. „Egal wie das Urteil auch ausfällt: Die Verantwortung für die schrecklichen Taten und den Tod von Mohamed und Elias wird immer bleiben, genauso die Gewissheit, dass ich das nicht wiedergutmachen kann.“ Zum konkreten Tathergang äußerte sich S. nicht. Somit bleiben viele Fragen offen.

dpa

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