Vor dem Hai kommt der Lungentest: Wie man das Tauchen lernt

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Tauchen ist wie der Auto-Führerschein: Man lernt es eigentlich erst richtig, wenn man die Erlaubnis schon besitzt. Foto: Axel Heimken

Korallenriffe, Rochen, Kraken und vielleicht sogar ein Hai: Viele Urlaubsparadiese bieten unter Wasser tolle Ausblicke - und locken vor allem Taucher an. Wer diesen Sport erlernen will, sollte einige Dinge beachten. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Murnau (dpa/tmn) – Der einstige Extremsport Tauchen ist heute weit verbreitet - und doch ist die Gefahr geblieben. Tauchen kann tödlich enden. Deshalb muss man den Sport gründlich erlernen. Die Auswahl an Anfängerkursen ist groß. Was Anfänger wissen müssen:

Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen?

Ein alter Taucherspruch geht so: Wer seine Flasche nicht tragen kann, kann auch nicht tauchen. Tatsächlich sollte man fit und körperlich belastbar sein, erklärt Karin Hasmiller, Präsidentin der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM). Außerdem muss der Druckausgleich funktionieren. Auch wer gesund ist, sollte sich unbedingt von einem Arzt auf seine Tauglichkeit untersuchen und sich diese mit einem Attest bescheinigen lassen. In vielen Ländern genügt es zwar, vor dem Tauchen eine Selbstauskunft auszufüllen. Aber manche Tauchbasen oder Safarischiffe verlangen ein Zertifikat.

Wie kann ich mich auf einen Kurs vorbereiten?

Wer das Tauchen lernen will, muss sich im Wasser wohlfühlen. Deshalb hilft es, schnorcheln zu gehen und dabei mit Luftanhalten ein paar Meter abzutauchen. Der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) rät außerdem zu regelmäßigem Schwimmen, am besten mit Flossen. So bekomme man die Kraft und Kondition, um auch mal gegen eine Strömung tauchen zu können. Otmar Schmitz, 57 Jahre alt und seit 35 Jahren Tauchlehrer, hält einen Schnuppertauchgang mit Pressluftflasche im warmen, klaren Wasser eines Schwimmbads für sinnvoll.

Mache ich den Tauchkurs besser zu Hause im Verein oder im Urlaub?

Die Ausbildung im Verein sei in der Regel umfassender, sagt Otmar Schmitz. Man habe einfach viel mehr Zeit und Muße zum Lernen und Üben als bei einem Kurs im Urlaub, der oft in drei bis vier Tagen das Wesentliche vermitteln muss. Die meisten Deutschen lernen das Tauchen heute im Urlaub, oft im tropischen Meer, wo man gleich mit bunten Fischen und Korallen belohnt wird. Mehrere Verbände bieten mittlerweile E-Learning an, man kann also zu Hause schon mal die Theorie lernen. Ein anderer Aspekt ist, dass man im Verein die ersten Tauchgänge meist in einem kalten, dunklen See macht. Das stählt, kann aber auch verschrecken. "Und Strömungen wie im Meer lernt man wiederum nicht kennen", sagt Schmitz.

Wie unterscheiden sich die Anfängerkurse der Verbände?

Der Kürzel-Dschungel kann verunsichern: PADI und SSI, VDST, VDTL und CMAS. Aber für welchen Verband auch immer man sich entscheidet, einen großen Fehler macht man nicht. Die Grundlagen lernt man bei allen. "Die Kurse nähern sich immer mehr an", sagt Otmar Schmitz. Die Verbände erkennen gegenseitig ihre Kurse an.

Mit welchen Kosten muss man für einen Anfängerkurs rechnen?

In der Regel müsse man mit 350 bis 400 Euro für einen Anfängerkurs rechnen, sagt Schmitz. Bei Kursen im Urlaub spielt das Land eine größere Rolle als der Verband. Ein Kurs auf Tahiti oder in Mosambik beispielsweise ist in der Regel wesentlich teurer als in Indonesien oder Thailand. In vielen Vereinen sei der Kurs im Jahresbeitrag inklusive, erklärt Natascha Schwagerus, Sprecherin des VDST.

Wie erkenne ich eine professionelle und seriöse Tauchbasis?

Ganz einfach: im Internet prüfen. "Seriöse Basen sind immer einem großen Verband angeschlossen", sagt Schmitz. Zwar gab es früher angeblich in Südostasien Tauchschulen, die sich einfach eine selbst gebastelte PADI-Fahne vor die Tür gehängt haben. Auf den Webseiten der Verbände kann man das heute aber leicht prüfen.

Ein weiterer guter Indikator ist die Online-Plattform Taucher.net. "Wer dort in den Keller geschossen wird, den meidet man besser", sagt Schmitz. Vor Ort sollte man sich vor allem das Equipment anschauen, rät Natascha Schwagerus: "Wenn die Anzüge Löcher haben und die Ventile verrostet sind, lässt man es lieber."

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