Vulkanasche stört auch deutschen Flugverkehr

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Wegen Vulkanasche, die aus Island über Nordeuropa zieht, ist nun auch der deutsche Luftraum teilweise gesperrt.

Brüssel - Auch der deutsche Flugverkehr wird durch die Vulkanasche aus Island gestört. Zahlreiche Flüge wurden abgesagt, eine Sperrung des Luftraums ist bisher nicht nötig, sagte Verkehrsminister Ramsauer.

Satellitenbild des Wegs, den die Vulkanasche aus Island nimmt.

Der Ausbruch des isländischen Eyjafjalla-Vulkans zwingt den Flugverkehr in weiten Teilen Europas in die Knie. Am Donnerstag wurden nach und nach alle Starts und Landungen in den skandinavischen Ländern und in Großbritannien einschließlich aller Londoner Flughäfen abgesagt. Auf der wichtigsten Drehscheibe des europäischen Flugverkehrs in Heathrow mussten Hunderttausende Passagiere mit der Absage ihrer Flüge rechnen.

Unklarheit herrschte bis Mittag über die Folgen für den deutschen Luftraum. In Brüssel kündigte die europäische Flugsicherungsbehörde Eurocontrol wegen der Aschewolke die Schließung von Teilen des des deutschen Luftraums an. Von 14 Uhr an beginne die Schließung über Belgien und den Niederlanden sowie über Teilen Deutschlands, sagte eine Behördensprecherin.

Nach den Angaben des Bundesverkehrsministers Peter Ramsauer (CSU) ist der Luftraum über Deutschland bisher nicht gesperrt. Die notwendigen Maßnahmen seien über eine Wetterwarnung veranlasst, teilte das Verkehrsministerium am Donnerstag in Berlin mit. Eine Sperrung des Luftraumes zähle derzeit nicht dazu.

30 Flugausfälle in Frankfurt

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Am Frankfurter Flughafen sind bis jetzt 30 Starts und Landungen ausgefallen. Die Zahl werde im Tagesverlauf voraussichtlich weiter steigen, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport am Donnerstag der Finanz- Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die Ausfälle würden allerdings durch Landungen umgeleiteter Flugzeuge mehr als kompensiert, die in Richtung Großbritannien oder Skandinavien unterwegs gewesen seien und dort wegen der Luftraum-Sperrung nicht hätten landen dürfen. Bei den Flugzeugen handle es sich vor allem um große Langstreckenmaschinen.

Lufthansa vermutlich nicht betroffen

Von der Deutschen Lufthansa verlautete, dass bisher keine Angaben zu Sperrungen des deutschen Luftraums vorliegen. Möglicherweise beträfen die Angaben von Eurocontrol nur kleine Teile Deutschlands, wovon Lufthansa nicht betroffen sei, sagte Sprecher Thomas Jachnow am Mittag.

Wenig tröstliche Mitteilungen konnten die Behörden auf Island machen, wo der Gletschervulkan am Vortag zum zweiten Mal innerhalb von vier Wochen ausgebrochen war. Der Krater stößt weiter eine gewaltige Säule aus Rauch und Asche in den Himmel. Der Wind treibt die Asche in östlicher Richtung auf den europäischen Kontinent zu.

Es kann Tage oder Jahre dauern

Die Lavaasche ist gefährlich für Düsentriebwerke und beeinträchtigt außerdem die Sicht der Piloten. Über die mögliche Dauer dieser Probleme sagte die Sprecherin der isländischen Luftfahrtbehörde ISAVIA, Hjördis Gudmundsdóttir, in Reykjavik: “Das wissen nur die Wettergötter. Es kann ein paar Tage dauern, aber auch ein paar Jahre.“

Wegen der Windrichtung kann der internationale Flugverkehr von und nach Island über den Flughafen Keflavik weiter ohne Probleme abgewickelt werden. Die Lufthansa musste zahlreiche Flüge nach Großbritannien und Skandinavien streichen. Auf der Langstrecke nach Nordamerika gebe es teilweise Verspätungen von wenigen Flugminuten, da die Rauchwolken des Vulkans südlich umflogen werden müssten. In Reykjavik hieß es, dass Transatlantikflüge aus Amerika am ehesten noch südeuropäische Länder wie Portugal erreichen könnten.

dpa

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