Hochseilartist Nik Wallenda

Spektakulärer Drahtseilakt in Chicago

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Hochseilartist Nik Wallenda hätte bei einem Sturz aus 200 Metern Höhe keine Überlebenschance gehabt.

Chicago - Monatelang geübt, und dann war in ein paar Minuten alles vorbei: Nik Wallenda ist der Doppelschlag über Chicago gelungen. Und sein Hintern hat beim Drahtseilakt eine nicht unwichtige Rolle gespielt.

Mit zwei spektakulären Drahtseilakten hoch über Chicago hat Nik Wallenda wieder einmal Millionen Menschen bewegt. Der 35-Jährige lief am späten Sonntagabend (Ortszeit) zunächst auf einer 138 Meter langen Strecke 25 Meter bergauf. Nur Minuten später wagte er sich auf ein anderes Seil in 200 Metern Höhe, diesmal aber mit verbundenen Augen. Unter dem Jubel Zehntausender Menschen in Chicago schaffte der Hochseilartist beide Läufe innerhalb von zusammengerechnet nur etwa zehn Minuten.

Wallenda widmete die Aktion seinem Urgroßvater Karl. Der in Magdeburg geborene Artist war 1978 bei einem ähnlichen Kunststück zwischen zwei Hochhäusern in Puerto Rico in den Tod gestürzt.

Drahtseilakt auf 200 Metern Höhe - Bilder

Drahtseilakt auf 200 Metern Höhe - Bilder

„Es war eine Steigung von 19 Grad, nicht nur 15 wie geplant. Als ich vor dem Seil stand, dachte ich, mein Gott, dass geht ja direkt senkrecht nach oben“, sagte Wallenda nach dem Kunststück. „Ich musste mich zusammenreißen, weil ich in Gedanken schon beim zweiten Lauf, dem mit der Augenbinde, war. Ich musste mich wirklich konzentrieren und den ersten Lauf durchbringen. Irgendwann habe ich mir gesagt: Nik, konzentriere dich und bringe deinen Hintern da heil rüber.“ Der zweite Lauf sei dann „gefühlt in drei Sekunden“ vorbei gewesen.

„Ich bin so dankbar. Das war ein tolles Erlebnis, und der Jubel der Menschen hat mir wirklich Kraft gegeben“, sagte Wallenda. Chicago sei ein toller Gastgeber gewesen. „Von oben habe ich eine Baustelle gesehen und da stand einfach „Go Nik!“. Das hat mich wirklich berührt.“ Am wichtigsten seien ihm aber seine Frau und seine drei Kinder gewesen: „Umarmungen haben sich noch nie so gut angefühlt.“

Der Amerikaner hat nach eigenen Angaben neun Guinnessbuch-Rekorde. „Aber darum geht es eigentlich nicht. Wir sind Artisten in siebter Generation, ich gehöre einfach aufs Seil. Deshalb will ich weitermachen.“ Alles sei eine Frage der Vorbereitung: „Ich habe monatelang trainiert, und das hat sich heute ausgezahlt. Ich wäre sehr dankbar, wenn die Menschen, die das gesehen haben, die Botschaft mitnehmen: Du kannst alles erreichen, wenn Du hart arbeitest.“

Nik Wallenda sagte, er habe noch keine konkreten Pläne für sein nächstes Projekt. „Aber mein Urgroßvater hat 1973 in Georgia einen unglaublichen Lauf gemacht in 600 Fuß Höhe über 1000 Fuß.“ Das entspricht etwa 180 Metern Höhe und einer Distanz von gut 300 Metern. „Das möchte ich unbedingt mal machen. Und mein Urgroßvater wird irgendwie mit dabei sein.“

Noch gebe es aber ein anderes Projekt: „In ein paar Wochen ist unser 15. Hochzeitstag. Damals konnten wir uns keine Feier leisten. Das holen wir jetzt nach.“

dpa

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