In Pakistan

Wegen Koran-Schändung: Christen totgeprügelt

Islamabad - Weil sie den Koran geschändet haben sollen, sind zwei Christen in Pakistan von wütenden Muslimen zu Tode geprügelt und verbrannt worden.

Die Polizei erklärte am Dienstag, dass es in der östlichen Ortschaft Kot Radha Kishan am Vortag einen Akt der "Entweihung des heiligen Koran" gegeben habe. Einen Tag später sei das Ehepaar erschlagen und seine Leichen in einem Ziegelofen verbrannt worden.

Die Behörden des Bundesstaats Punjab beauftragten nach eigenen Angaben ein dreiköpfiges Komitee damit, die Ermittlungen zu beschleunigen. Die Sicherheitsvorkehrungen in christlich geprägten Wohngegenden der Provinz würden nun verschärft.

Blasphemie ist ein schwerwiegender Vorwurf in dem mehrheitlich von Muslimen bevölkerten Land. Selbst unbestätigte Gerüchte über angebliche Schändungen religiöser Symbole lösen öfters Krawalle aus. Wer wegen Beleidigung des Islams verurteilt oder auch nur verdächtigt wird, droht als Opfer tödlicher Selbstjustiz zu enden.

Eine Christin sitzt seit November 2010 in Pakistan im Todestrakt, weil sie schuldig gesprochen wurde, im Gespräch mit einer muslimischen Frau abschätzig über den Propheten Mohammed gesprochen zu haben. Ein unter schwerer Geistesverwirrung leidender Brite, der im Januar wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt worden war, wurde vergangenen Monat von einem Gefängniswärter erschossen.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.