WHO warnt vor Zika-Ausbreitung in ganz Amerika

Mückenbekämpfung in El Salvador. Mücken der Aedes-Gattung übertragene den Zika-Erreger. Foto: Oscar Rivera
+
Mückenbekämpfung in El Salvador. Mücken der Aedes-Gattung übertragene den Zika-Erreger. Foto: Oscar Rivera

Das Zika-Virus breitet sich immer weiter aus. Experten fürchten, dass der Erreger der Grund für Schädelfehlbildungen bei Babys sein könnte.

Genf/Rio de Janeiro (dpa) - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor einer Ausbreitung des gerade für Schwangere gefährlichen Zika-Virus auf dem gesamten amerikanischen Kontinent gewarnt.

Der von Mücken der Aedes-Gattung übertragene Erreger sei schon in 21 Ländern festgestellt worden, teilte die WHO in Genf mit. Das Virus steht im Verdacht, bei einer Infektion von Schwangeren Schädelfehlbildungen bei Babys auszulösen.

Allein in Brasilien wurden 3893 Fälle dieser sogenannten Mikrozephalie ermittelt. Dabei ist der Kopfumfang des Kindes ungewöhnlich klein, geistige Behinderungen sind die Folge. In sechs Fällen hatten Schwangere sich mit Zika infiziert, bei Hunderten weiteren Fällen besteht ein entsprechender Verdacht.

Erstmal war das Virus in Brasilien vor knapp einem Jahr festgestellt worden. Dort hatten die Gesundheitsbehörden auch den Zusammenhang mit einer Zunahme von Schädelfehlbildungen bei Babys ermittelt. Insgesamt ist der zuerst in Afrika aufgetauchte Erreger kaum erforscht; normalerweise löst er relativ harmlose Symptome wie leichtes Fieber und Hautausschlag aus. Impfungen dagegen gibt es nicht. Guter Mückenschutz ist daher die einzige Schutzmaßnahme.

In Lateinamerika wurden Fälle aus diesen Ländern gemeldet: Barbados, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Französisch-Guyana, Guatemala, Guadeloupe, Guyana, Haiti, Honduras, Martinique, Mexiko, Panama, Paraguay, Puerto Rico, Saint Martin, Surinam und Venezuela. Das Auswärtige Amt empfiehlt Schwangeren, Reisen in Ausbruchsgebiete "möglichst zu vermeiden".

Auch in den USA ist das Virus bereits eingeschleppt worden. Von dort wurde bisher ein Dutzend Fälle gemeldet.

Übersicht der Fälle in Brasilien

WHO-Mitteilung

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.