Dieser Fall empört ganz Österreich

Kliniken weisen Schwangere ab - Kind tot geboren

Wien - Dieser Fall empört ganz Österreich: Zwei Krankenhäuser haben eine Schwangere abgewiesen, weil sie weder eine Versicherung noch Geld hatte. Das Baby der jungen Frau kam schließlich tot zur Welt.

Eine schwangere Irakerin mit vorzeitigen Wehen ist in Österreich von zwei Krankenhäusern nicht aufgenommen worden und hat ihr Kind verloren. Die junge Frau eines Asylbewerbers hatte keine Versicherung und kein Geld. Der am Wochenende bekannt gewordene Fall erschütterte die Öffentlichkeit in Österreich, Patientenanwälte kündigten am Montag Aufklärung an.

Nach einem Bericht des ORF soll die im fünften Monat schwangere Frau Mitte August mit Schmerzen, geplatzter Fruchtblase und vorzeitigen Wehen im Wiener Allgemeinen Krankenhaus (AKH) um Hilfe gebeten haben. Dort soll sie eine Ärztin untersucht und geraten haben, stationär im Krankenhaus zu bleiben. Weil die Frau das aber nicht bezahlen konnte, verwies das AKH sie ins St.-Josefs-Spital. Dort hätte ein Sozialfonds die Kosten übernehmen können. Dort wurde die Frau aber wegen Verständigungsschwierigkeiten ebenfalls nicht aufgenommen. Am nächsten Tag kam das Kind in einem oberösterreichischen Krankenhaus tot zur Welt.

„Bei einigem guten Willen oder etwas mehr humanitärem Herangehen wäre das hier vom Ablauf her anders gewesen“, sagte Patientenanwalt Gerald Bachinger am Montag im ORF. Das AKH hätte sie aufnehmen oder zumindest einen Krankentransport organisieren können, um die Frau ins St.-Josefs-Spital zu bringen. Die Frau soll nach ORF-Informationen aus Angst vor Abschiebung Österreich verlassen haben.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.