Wissenschaftler sagen Anbruch einer kleinen Eiszeit voraus

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Moskau. Russische Wissenschaftler sagen den Anbruch einer kleinen Eiszeit voraus. Ab 2014 werde die Sonne weniger Wärme ausstrahlen, die Temperaturen sollen bis 2050 um 1,5 Grad fallen. Russland rechnet mit einer verstärkten Einwanderung aus Westeuropa und Nordamerika.

In Mittelrussland fängt der Schnee endlich zu tauen an, es gibt aber noch eine ganze Menge davon. Deshalb schütteln die meisten Russen beim Thema globale Erwärmung skeptisch den Kopf. Dennoch erklärte die Moskauer Wetterwarte „Wladimir Michelson“ die für das Frühjahr unpassende Kälte mit der Erderwärmung. Das arktische und antarktische Eis taue und verbreite Kälte bis in die mittleren Breitengrade, heißt es.

Ein Forscher des Observatoriums Pulkowo in St. Petersburg sieht die Sache indes völlig anders. Chabibullo Abdussamatow leitet dort das Labor für Raumforschung und verfolgt seit zehn Jahren die Sonnenaktivitäten. Die Sonne werde in den nächsten Jahren deutlich weniger Wärme ausstrahlen, sagt er. Folglich stehe den Erdbewohnern eine „kleine Eiszeit“ bevor. Zuletzt hatte es eine zwischen 1645 und 1715 gegeben, als vor allem Nordeuropa unter Hunger und Kälte litt.

Kälteeinbruch ab 2014 erwartet

Laut Abdussamatow hat die Erde schon seit 1990 ein negatives Energiesaldo. Bisher glichen die Weltmeere den Wärmemangel durch die darin gespeicherte Energie aus. Nun sei es aber nahe daran zu kippen. Etwa ab 2014 werde die durchschnittliche Jahrestemperatur anfangen zu sinken und gegen 2050 mit rund 1,5 Grad Celsius weniger als heute den Tiefpunkt erreichen. Auch die Wassertemperatur im Weltmeer werde um einen Grad zurückgehen. Der Temperaturabfall werde nach 2015 immer schneller vor sich gehen. Das Wetter ändere sich generell im Elfjahreszyklus, so Abdussamatow. Und dieser werde von einem 50-Jahreszyklus überlagert. Ein bis anderthalb Grad sei nicht viel, reiche aber dafür, dass sich auf Grönland neue Gletscher bilden. In Nordrussland werde der sprichwörtliche harte russische Winter einkehren. Auch der Sommer werde kühler.

Die bisherige Erwärmung sei keineswegs besonders groß gewesen, sagt der Klimaforscher. Auch die beginnende Abkühlung werde sich im Rahmen halten. Der globale Wechsel warmer und kalter Zeiten erinnere an das gestreifte Fell eines Zebras. Die russische Akademie der Wissenschaften will jetzt ein eigenes Klimateleskop im All stationieren. Es werde am russischen Modul der Internationalen Raumstation ISS angebracht, sagt Abdussamatow.

Horrorszenarien werden überbewertet

Der Leiter des Zentrums für Russland-Forschung an der Moskauer Geisteswissenschaftlichen Universität, Andrej Fursow, warnt vor Überbewertung apokalyptischer Szenarien. Die gefürchtete globale Erwärmung habe die Ängste vor dem Ozonloch in den Schatten gestellt. Unterdessen sei das Ozonloch von selbst zugewachsen. Das Eis an den Polen taue wirklich weg, das hänge aber nicht unbedingt mit den Treibhausgasen zusammen, sagte Fursow in einem Interview der „Komsomolskaja Prawda“. Geologen sprächen in diesem Zusammenhang von gewaltigen Vorgängen im Erdinneren. Der irdische Ofen heize neuerdings stärker.

Im April 2012 hätten sich zwei kräftige Erdbeben vor Sumatra ereignet. Sie seien durch den Bruch der indo-australischen Platte ausgelöst worden. Vier 100 Kilometer lange Risse seien entstanden. Solches passiere zum ersten Mal in der menschlichen Geschichte. Die Folgen ließen sich noch nicht absehen. Statt davon rede man aber vom vermeintlichen Ende der Welt und vom Maya-Kalender.

Auch Systemanalyst Fursow teilt die Theorie von der heranrückenden kleinen Eiszeit. Er warnt vor geopolitischen Folgen. Die Kälte werde Menschen in das Nördliche Eurasien vertreiben. Nordeurasien sei das gegenwärtige Territorium Russlands. Er schließt eine neue Völkerwanderung aus Nordamerika und Westeuropa nach Russland nicht aus. Die neue Eiszeit hätte gerade für die USA und Großbritannien verheerende Folgen, so Fursow. (ce)

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