"Gott will, dass die Menschen glücklich sind"

Zwei Ex-Nonnen geben sich in Italien das Jawort

Rom - Seit Juli können auch im katholisch dominierten Italien gleichgeschlechtliche Partnerschaften geschlossen werden. Zwei Frauen sorgen jetzt damit für Schlagzeilen, denn es sind ehemalige Ordensschwestern.

Zwei ehemalige Nonnen haben sich in Italien das Jawort gegeben. Die Italienerin Federica und Isabel aus Südamerika schlossen in Pinerolo bei Turin eine gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft. 

Die beiden Frauen des Franziskaner-Ordens hatten sich auf einer Pilgerreise kennengelernt, wie die Turiner Zeitung „La Stampa“ berichtete. „Wir wünschen uns von unserer Kirche, dass sie alle Menschen, die sich lieben, aufnimmt“, sagte Federica laut Zeitung. "Gott will, dass die Menschen glücklich sind", ist sie überzeugt. Ihr stünde nun der schwerste Gang bevor: „Ich muss meinem Vater nicht nur sagen, dass ich nicht mehr Nonne bin, sondern auch, dass ich glücklich bin, Isabel zu heiraten.“

Der Bürgermeister der Gemeinde, Luca Salvai, leitete die Zeremonie am Mittwoch, teilte sein Sekretariat mit. Da die Presse von dem Termin Wind bekommen hatte, sei die Feier um einen Tag vorgezogen worden, um Neugierige abzuhalten. Es sollte auch eine kirchliche Feier geben, geleitet von dem Ex-Priester Franco Barbero, den der Vatikan wegen seiner Homosexuellen-Freundlichkeit 2003 exkommuniziert hatte. „Ich fühle mich immer noch bis in die Haarspitzen wie ein Priester“, sagte er laut der Zeitung. Es sei im Übrigen nicht das erste Mal, dass er zwei Nonnen „verheirate“.

Italien galt als das letzte westeuropäische Land, in dem homosexuelle Partnerschaften noch keine rechtliche Grundlage hatten. Auch der Europäische Menschenrechtsgerichtshof hatte dies kritisiert.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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