Online-Redakteurin schildert Eindrücke

Zwei Monate nach Anschlag in Nizza: Zwischen Trauer und Lebensfreude

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Gedenkstätte: Hunderte Blumen, Stofftiere, Fahnen, Fotos und Briefe liegen im und um den Pavillon.

Nizza. Heute vor zwei Monaten wurde Nizza von einem Anschlag erschüttert, bei dem mehr als 85 Personen starben. Online-Redakteurin Jessica Berger schildert die Stimmung vor Ort.

Genau zwei Monate ist es am heutigen Mittwoch her, dass ein Mann mit einem LKW in eine Menschenmenge gerast ist, mehr als 85 Personen starben, mehr als 300 wurden zum Teil schwer verletzt. An der Promenade des Anglais, wo der Anschlag am Abend des französischen Nationalfeiertags statt fand, sind heute Vormittag schon viele Einheimische und Bewohner gewesen. Viele zünden Kerzen an, betrachten in Stille die niedergelegten Blumen und Stofftiere, die an der Strandpromenade aufgereiht sind. Auch ein Kamerateam eines französischen TV-Senders ist da, befragt Passanten, wie sie sich fühlen, was sie denken. Im Hintergrund läuft die Polizei mit Maschinengewehren Patrouille. Alle paar hundert Meter stehen weitere Polizeibusse mit Personal. Ein alltägliches Bild, nachdem das Land immer wieder Ziel von Anschlägen wurde.

Auch nebenan, im Jardin Albert, wird den Opfern des Anschlags gedacht - nicht nur heute, sondern jeden Tag. Ein Pavillon ist dort Gedenkstätte: Hunderte Blumen, Stofftiere, Fahnen, Fotos und Briefe liegen im Pavillon und drumherum. Alles ist sehr ruhig dort, wo die Stadt sonst so lebhaft ist.

Ein Junge schaut mit seinem Vater die Fotos an, die dort liegen, und weiß gar nicht so recht, wie er reagieren soll. Eine junges Mädchen macht ein Foto und wischt sich Tränen aus den Augen. Von morgens bis abends sind Menschen aller Nationen dort, trauern, denken nach. Es ist ein bedrückender Gedanke, dass genau da, wo Palmen stehen, das Meer glitzert, die Sonne scheint, so etwas Schlimmes passiert ist.

Zwei Monate nach dem Anschlag zu Besuch in Nizza

Aber Nizza ist in keine Schockstarre verfallen. Die Stadt lebt, ist wuselig, viele Menschen sind in der Stadt und am Strand unterwegs. Von Angst keine Spur. Eher merkt man den Franzosen ihre Lebensfreude an. Und vielleicht gerade, weil so etwas Schlimmes passiert ist, genießen die Menschen noch mehr ihr Leben und ihre Freiheit.

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