26-Jähriger rast in Menschenmenge

Amokfahrt in Graz: Drei Tote - Dutzende Verletzte

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Mit diesem Auto fuhr der Täter in eine Gruppe von Menschen.

Graz - Panik in Graz: Bei einer Amokfahrt in der österreichischen Stadt ist ein Mann am Samstag in eine Menschenmenge gerast - mit voller Absicht. Jetzt gibt es einen ersten Hinweis auf den Tathintergrund.

Mindestens drei Menschen wurden getötet und 34 Menschen verletzt, einige schwebten in Lebensgefahr, sagte der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer am Samstag bei einer Pressekonferenz. Bei dem Fahrer soll es sich um einen 26-jährigen aus der Umgebung handeln. Nach offiziellen Angaben waren psychische Probleme der Auslöser für die Tat. Ersten Erkenntnissen zufolge habe der Mann Anzeichen einer "Psychose" aufgewiesen. Fanatismus scheide als Motiv aus.

Augenzeugen hatten der Nachrichtenagentur APA gesagt, der Fahrer des Wagens sei mit rund hundert Stundenkilometern durch eine Geschäftsstraße im Zentrum von Graz gerast. Dort waren zahlreiche Fußgänger unterwegs, viele Menschen saßen auf Stühlen vor Cafés. Das Fahrzeug raste demnach gezielt in die Menge.

"Die Leute schrien in Panik und rannten in die umliegenden Geschäfte, um sich in Sicherheit zu bringen", sagte eine Zeugin. Als sie wieder auf die Straße gegangen seien, hätten sie "an die fünf Personen" gesehen, die "leblos am Boden lagen".

Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP), war zu dem Zeitpunkt der Amokfahrt auch in der Innenstadt unterwegs und wurde selbst zum Augenzeugen. „Der Lenker ist bewusst gegen Passanten gefahren, ich habe selber gesehen, wie eine Frau niedergefahren wurde“, zitierte ihn die „Kleine Zeitung“.

Der Fahrer soll Augenzeugen zufolge anschließend Fußgänger mit einem Messer angegriffen haben. Er wurde festgenommen.

50 Rettungswagen und 16 Notärzte sowie zufällig vor Ort anwesende Ärzte halfen nach dem Amoklauf, wie der stellvertretende Landeshauptmann Michael Schickhofer sagte. "Wir haben alles aus der Region mobilisiert", sagte ein Sprecher des Roten Kreuzes Steiermark der Nachrichtenagentur. Es sei ein regelrechter "Massenanfall" an Patienten gewesen, die binnen kurzer Zeit hätten versorgt werden müssen. Für Angehörige und Betroffene wurde eine Telefon-Hotline eingerichtet.

Die Innenstadt von Graz wurde großräumig abgesperrt, Polizisten und Spezialeinheiten hinderten Schaulustige nahe des Tatorts am Weitergehen. Der Straßenbahnverkehr wurde unterbrochen.

Bundespräsident Heinz Fischer äußerte sich in einer ersten Reaktion „zutiefst geschockt über die Wahnsinnstat“. Der Fußball-Bundesligist Sturm Graz sagte ein für Samstag angesetztes Testspiel kurzfristig ab. Die Gedanken seien bei den Angehörigen der Opfer und bei den Menschen, die ihnen nahestanden, teilte der Verein mit.

AFP/dpa

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