Zweimal gestrandete Wale schwimmen wieder

Wellington - Wal-Drama in Neuseeland: Rund 70 Grindwale sind am Wochenende gleich zweimal an der Südinsel gestrandet. Am Sonntag konnten Helfer den Tieren erfolgreich ins Wasser zurückhelfen.

Die Wale schwammen mit der Flut davon. "Sie fingen an zu singen, als sie tiefes Wasser erreichten", berichtete eine Sprecherin der Naturschutzbehörde dem Sender TV3. Mindestens 19 Tiere haben die Strandungen jedoch nicht überlebt.

Das Drama begann bereits am Freitag, als eine Schule von etwa 80 Grindwalen in der Bucht Golden Bay an der Nordspitze der Südinsel strandete. Helfer bemühten sich vergeblich, die Tiere zu befreien, und hielten sie bis zum Abend feucht und kühl. Dennoch starben 14 Wale. Die überlebenden Tiere konnten sich mit der nachts einsetzenden Flut selbst befreien.

Wenige Stunden später strandeten die inzwischen auf drei Gruppen verteilten Meeressäuger jedoch erneut. Wieder bemühten sich Helfer, die Wale am leben zu erhalten, bis die Flut einsetzte. Mit der Flut am Sonntag konnten die etwa 150 Tierschützer den Grindwalen wieder ins Wasser zurücklotsen. Die Helfer hoffen nun, dass die Tiere diesmal aus der Bucht hinaus in den offen Ozean finden. Walstrandungen kommen in der Golden Bay immer wieder vor. Der Grund dafür ist nicht bekannt.

Massenstrandungen sind bei Grindwalen nach Angaben der internationalen Schutzorganisation Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS) häufiger als bei den meisten anderen Arten. Strandungen mit mehr als 100 Tieren seien nicht ungewöhnlich, schreibt die WDCS. Die Ursache ist unbekannt. Die Walschützer vermuten, dass der starke Gruppenzusammenhalt der Tiere eine Rolle spielen könnte.

Grindwale sind gesellige Tiere, die meist in stabilen Gruppen von 10 bis 20 Tieren unterwegs sind. Sie werden etwa sechs Meter lang und bis zu 2,3 Tonnen schwer.

dpa

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