Fidschi-Inseln

300 km/h! Zyklon fordert Todesopfer

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Ein Foto der Zerstörung, aufgenommen in Ba auf den Fidschi-Inseln.

Suva - Ein heftiger Tropensturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 Stundenkilometern hat eine Spur der Verwüstung auf den Fidschi-Inseln hinterlassen.

Die Fidschi-Inseln sind vom heftigsten Tropensturm heimgesucht worden, der das Touristenparadies je getroffen hat: Vorläufig gingen die Behörden am Sonntag von fünf Toten aus. Der Zyklon "Winston" zerstörte nach inoffiziellen Angaben tausende Wohnungen, das Ausmaß der Verwüstungen auf den abgelegenen Inseln war zunächst nicht überschaubar.

"Winston" war ein Zyklon der Kategorie fünf, der höchsten Kategorie für diese Tropenstürme. Er traf mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 Stundenkilometern auf der Hauptinsel Viti Levu auf Land, wie das Taifun-Warnzentrum mitteilte. Sämtliche Flüge wurden gestrichen, die Schulen für eine Woche geschlossen. Die Regierungen Australiens und Neuseelands sagten Hilfe zu, aus Neuseeland traf zunächst ein Transportflugzeug ein.

Regierungschef Voreqe Bainimarama sprach von einer "Prüfung größten Ausmaßes" für den pazifischen Inselstaat. Der "Megasturm" könne "katastrophale Schäden" in dem Inselstaat anrichten, warnte Iris Low-McKenzie von der Hilfsorganisation Save the Children.

Auf der Hauptinsel Viti Levu wurden Stromleitungen durch umgestürzte Bäume gekappt, die auch Straßen versperrten. Sämtliche Flüge vom und zum internationalen Flughafen Nadi wurden gestrichen. Die Fluglinie Virgin Australia kündigte allerdings für Montag die Wiederaufnahme der Flüge von Australien an.

Inselbewohner veröffentlichten Fotos in sozialen Netzwerken, auf denen Häuser mit heruntergerissenen Dächern, überflutete Straßen und vom Wind umgebogene Straßenschilder zu sehen waren.

Die Hauptstadt Suva lag nicht im Auge des Sturms, dennoch waren die Schäden beträchtlich. Der Lärm sei beängstigend gewesen, als Dächer von den Häusern gerissen und Bäume entwurzelt wurden, berichtete Low-McKenzie.

Alle Schulen wurden für eine Woche geschlossen - viele von ihnen wurden zu Notunterkünften umgewandelt. Insgesamt wurden mehr als 750 derartige Unterkünfte eingerichtet. Helfer begannen am Sonntag mit den Aufräumarbeiten.

Nach Angaben des Roten Kreuzes in der Region lag die Priorität auf der Stromversorgung der Bevölkerung und der Reparatur beschädigter Häuser. Zudem sollte für ausreichend Trinkwasser in den Notunterkünften gesorgt werden.

AFP

Verschiedene Namen, gleiche Bedeutung: Hurrikan, Zyklon, Taifun

Hurrikan, Zyklon, Taifun - das sind je nach Region die Namen für Unwetter mit heftigem Regen und Winden von mehr als 119 Kilometern in der Stunde. Die Australier sprechen in ihrer Region von Zyklonen, die USA von Hurrikans und im Pazifik westlich der Datumslinie heißen die Unwetter Taifune.

STÄRKE: Die Weltwetterorganisation (WMO) nennt fünf Kategorien. Die verheerendsten Unwetter, Supertaifune, wirbeln mit mehr als 249 Kilometern in der Stunde.

FORTBEWEGUNG: Formulierungen wie „Taifun rast auf die Küste zu“ sind meist falsch. Auch ein Supertaifun bewegt sich oft nur 15 Kilometer in der Stunde. Das ist verheerend, weil die schweren Niederschläge dann stunden- oder tagelang fast auf dasselbe Gebiet niederprasseln.

GRÖSSE: Im Zentrum ist ein Auge mit völliger Windstille, um das der Sturm tobt. Es hat im Schnitt einen Durchmesser von 45 Kilometern. Das gesamte Wirbelsystem kann mehr als 1600 Kilometer Durchmesser haben.

Fidschi - kleiner Inselstaat im Südpazifik

Fidschi ist ein Inselstaat im Südpazifik etwa von der Größe Sachsens. Die 332 Inseln liegen nördlich von Neuseeland und östlich von Australien. Nur etwa ein Drittel von ihnen ist besiedelt, die meisten der etwa 900 000 Einwohner leben auf den beiden Hauptinseln Viti Levu und Vanua Levu. Beide sind von Gebirgsketten und schmalen Küstenebenen geprägt.

Im Südpazifik gibt es regelmäßig Zyklone, die schwere Schäden auf der Inselgruppe verursachen. Das trifft oft einen wichtigen Industriezweig des Landes: die Weiterverarbeitung von Produkten aus Landwirtschaft, Fischerei und Forstwirtschaft.

Eine weitere Haupteinnahmequelle ist der Tourismus: Hunderttausende vor allem aus Australien und Neuseeland stammende Urlauber besuchen die Inseln jährlich.

dpa

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