Handelsgesellschaft legt beim Umsatz leicht zu

Edeka-Hessenring in Melsungen baut Marktanteil aus

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Das Gelände der Edeka Hessenring Handelsgesellschaft in Melsungen aus der Vogelperspektive.

Melsungen. Die Umsatzentwicklung im vergangenen Jahr war bescheiden. Dennoch hat die Edeka Handelsgesellschaft Hessenring GmbH in Melsungen ihren Marktanteil ausgebaut.

Während der Einzelhandelsumsatz in der Lebensmittelbranche bundesweit im vergangenen Geschäftsjahr um drei Prozent zulegte, mussten sich die Melsunger im Großhandelsgeschäft mit weniger zufrieden geben, berichtet Hans-Richard Schneeweiß (59). Gemeinsam mit Hans-Jürgen Steffen führt er die Handelsgesellschaft im Schwalm-Eder-Kreis.

Edeka Hessenring, deren operatives Geschäftsfeld hauptsächlich im Großhandel liegt, ist die kleinste der bundesweit sieben Edeka-Regionen. 3,44 Millionen Einwohner leben im Einzugsgebiet. Sie sorgten dafür, dass der Umsatz im Großhandel um 0,87 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zulegte. Insgesamt stieg aber der Gruppenumsatz - also mit Fleischwerk Hessengut, SB Union, der Rheika-Delta-Gruppe und Marktkauf - nur um 0,24 Prozent.

Trotzdem baute Edeka Hessenring die Marktführerschaft aus. Der Marktanteil liegt bei 31,3 Prozent, im Jahr zuvor waren es 30,7 Prozent. Das Absatzgebiet erstreckt sich auf Hessen, Thüringen, Südniedersachsen, Ostwestfalen sowie auf Teile von Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz.

Dass der Umsatz geschwächelt hat, lag auch daran, dass geplante größere Verkaufsflächen erst zum Jahresende zur Verfügung standen. Durch Neueröffnungen und Erweiterungen erhöhte sich die Durchschnittsverkaufsfläche von 1200 auf 1251 Quadratmeter. Unter dem Strich baute Edeka Hessenring den Jahresüberschuss von 21,8 auf 30,8 Millionen Euro aus. Zugute kommt dem Ergebnis dabei aber ein einmaliger Steuereffekt über gut sieben Millionen Euro. Die seit Jahren verfolgte Geschäftsstrategie „Wirtschaftlichkeit geht vor Größe“ sei auch 2015 bestimmend gewesen, stellte Schneeweiß fest.

Für die Zukunft gut gerüstet 

Edeka Hessenring sei „im hart umkämpften Markt für die nächsten Jahre gut gerüstet“. Bereits in den ersten zwei Monaten des laufenden Geschäftsjahres habe der Umsatz um vier Prozent zugelegt. Auch soll die Verkaufsfläche um 8500 Quadratmeter wachsen. Insgesamt werden 24 Millionen Euro in die Schaffung und Erweiterung von Einzelhandelsimmobilien investiert, sagt Schneeweiß. 17 Millionen Euro kommen der Erweiterung des Fleischwerks Hessengut zugute (Text unten). Das Geld für die Investitionen kommt aus den flüssigen Mitteln des Unternehmens.

Millionen für das Fleischwerk: Edeka Hessenring erweitert Produktionsstätte um 5500 Quadratmeter

17 Millionen Euro will Edeka Hessenring in Melsungen in diesem und dem nächsten Jahr in die Erweiterung des Fleischwerks Hessengut investieren.

Bereits jetzt hat das Fleischwerk auf dem Gelände an den Pfieffewiesen eine Nutzfläche von 11.00 Quadratmetern. Das entspricht 1,5 Fußballfeldern. Weitere 5500 Quadratmeter sollen nun dazu kommen. In Betrieb wird der Neubau im nächsten Jahr gehen, sagt Geschäftsführer Hans-Richard Schneeweiß. Das alte Gebäude wurde 1987 gebaut.

Der Erweiterungsbau werde auf dem neuesten Stand der Technik sein. So wird das Gebäude mit einem so genannten Luftwäscher ausgestattet sein. Dabei wird die Luft mittels Salzlauge gereinigt. Sie bindet die Schad- und Schwebstoffe. Im Werk Hessengut kommen die Beschäftigten weniger mit geschlachtetem Fleisch direkt in Berührung. In Melsungen werden die Lieferungen für Großkunden zusammengestellt und die Waren verpackt.

Der Neubau soll sich auch positiv auf die Beschäftigtenzahl auswirken. Aktuell arbeiten bei Hessengut 320 Menschen. Bis zu zehn Prozent könnten ab 2017 dazu kommen. „Der Neubau sichert auch die Arbeitsplätze“, sagt Schneeweiß. Zudem werden die Betriebsabläufe optimiert. So soll es künftig nicht mehr so viele doppelte Handreichungen - etwa in der Endverpackung - geben. (mwe)

Hintergrund: Edeka-Hessenring in Zahlen 2015

Umsatz: 2,268 (2014: 2,263) Milliarden Euro

Überschuss: 30,83 (21,80) Millionen Euro

Mitarbeiter: 8500 (8400) davon in Melsungen 1214

Eigenkapitalquote: 45 (44,1) Prozent

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