Trotz Abgasaffäre: Keine Abstriche für Beschäftigte

4,8 Prozent mehr Geld für VW-Werker

Wolfsburg/kassel. Trotz Diesel-Skandals erhalten die 120 000 Beschäftigten im VW-Haustarif mehr Geld. Mit dem Vertrag kopiert Volkswagen im Wesentlichen die Einigung im Flächentarif der Metallbranche.

„Die VW-Mitarbeiter zahlen nicht mit für die Krise“, sagte IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine. Der Haustarifvertrag gilt für die Beschäftigten der Werke in Wolfsburg, Braunschweig, Hannover, Salzgitter, Emden und Kassel sowie der Financial Services AG. Die Eckpunkte:

Erhöhung des Entgelts

Das Grundentgelt steigt am 1. September um 2,8 Prozent. In einer zweiten Stufe steigt es am 1. August 2017 um zwei Prozent. Die Beschäftigten erhalten einen Rentenbaustein in Höhe von 200 Euro. „Damit orientiert sich der Abschluss an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Branche, zugleich bringt er den Beschäftigten von Volkswagen eine wettbewerbsfähige Einkommensverbesserung“, sagte der Verhandlungsführer von VW, Martin Rosik, Personalleiter der Marke VW Pkw.

Altersteilzeit

Bei der Altersteilzeit gelten ab Januar 2017 für die Jahrgänge 1961 bis 1967 differenzierte Regelungen. „Wir können unsere Angebote zur Altersteilzeit künftig auf unterschiedliche Beschäftigtengruppen und auf besondere Situationen zuschneiden“, sagte Rosik. Das Basismodell wird von sieben auf sechs Jahre reduziert. Für Beschäftigte im Tarif plus gilt eine Altersteilzeit-Dauer von zwei bis vier Jahren. Für Schwerbehinderte ist sie von zwei bis sieben Jahren möglich. In Sondersituationen kann sie zwei bis acht Jahre betragen.

Erfolgsbeteiligung

Es wurde vereinbart, dass die Bemessung auf Grundlage der jeweils zwei vorangegangenen Geschäftsjahre der Marke VW Pkw erfolgt.

Laufzeit

Der Vertrag läuft 20 Monate.

Das sagen ...

Dr. Michael Ritter, Personalchef Kassel

„In unserer aktuellen Situation bin ich froh, dass wir zügig zu einem Abschluss gekommen sind. Insbesondere die weiterentwickelten Regelungen zur Altersteilzeit werden auch unserer Personalsituation am Standort Kassel gerecht. Wir haben mit diesem Personalsteuerungsinstrument in der Vergangenheit gute Erfahrungen gesammelt. Der Tarifabschluss berücksichtigt die individuellen Bedürfnisse unserer Beschäftigten. Das Unternehmen profitiert, indem erfahrene Kompetenzträger länger ihr Wissen einbringen können. Dort wo Aufgaben künftig entfallen, können wir verstärkt Altersteilzeit einsetzen.“

Carsten Bätzold, Betriebsratschef Kassel

„Vor dem Hintergrund der ökonomischen Situation ist dies ein gutes Ergebnis“, sagte Carsten Bätzold. Und auch die Verlängerung der Altersteilzeit mit ihren Varianten sei sehr sinnvoll, so „lassen sich wichtige Veränderungsprozesse gut gestalten“.

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