Nach drei Monaten Vollsperrung

Rekordzeit: Ruhrschnellweg A40 wieder frei

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Nach der dreimonatigen Vollsperrung rollt auf der Autobahn 40 bei Essen wieder der Verkehr.

Essen - Drei Monate war die Revierschlagader komplett gesperrt, doch jetzt rollt der Verkehr wieder durch das Herz der Revierstädte. Die Bauarbeiten wurden schneller abgeschlossen, als geplant.

Am Sonntag wurde zunächst die Fahrbahn in Richtung Duisburg freigegeben. Im Laufe des Abends sollte es auch grünes Licht in Richtung Bochum geben, wie ein Sprecher des Landesbetriebs Straßen NRWmitteilte. Ursprünglich war die komplette Freigabe erst für den frühen Montagmorgen vorgesehen. Durch das gute Wetter seien die letzten Arbeiten am Sonntag schneller abgeschlossen worden als geplant, sagte der Sprecher.

Deutsche Autobahn: Rekorde und Mythen

REKORDE: Als älteste deutsche Autobahn gilt die Berliner Avus (Automobil-Verkehrs- und Übungs-Straße), erbaut zwischen 1913 und 1921. Die nur knapp 10 Kilometer lange Strecke zwischen den heutigen Ortsteilen Halensee und Nikolassee gilt damals als die weltweit schnellste Rennstrecke für Automobile. Mit ihrer geringen Länge ist sie aber eher ein Autobahn-Prototyp. © dpa
Die erste „echte“ gibt es in Deutschland seit dem 6. August 1932 zwischen Köln und Bonn, damals mit dem hübschen Namen „Nurautomobilstraße“, heute A555. Die erste Autobahn in Europa war sie aber nicht. Die bauten die Italiener 1924 von Mailand Richtung Varese (Ligurien) - schon damals mit Maut. © dpa/Wolfgang Weihs
Blick auf die erste Autobahnanschlussstelle Europas in Wesseling vor der Eröffnung (Archivfoto von 1932). © dpa
Das Archivbild des Landschaftsverbandes Rheinland zeigt die Feier zur Eröffnung von Europas erster Autobahn in Köln im August 1932. In den Bau der jetzigen A 555, die Köln und Bonn verbindet, wurden während der dreijährigen Bauarbeiten 8,6 Millionen Reichsmark investiert. © dpa
HITLERS AUTOBAHNEN: Historiker haben belegt, dass am Autobahnmythos der Nationalsozialisten („Straßen des Führers“) kaum etwas dran ist. Die vermeintliche Tatsache, dass Hitler die erste deutsche Autobahn erbaut habe, ist eine NS-Propagandalüge. Denn das war 1932 Konrad Adenauer, damaliger Oberbürgermeister von Köln. Mit den Worten „Jeben Se Jas“eröffnete Adenauer die erste Autobahn. © dpa
Zwar wurden zwischen 1933 und 1942 rund 3860 Kilometer Autobahnen medienwirksam eröffnet. Die Planungen stammten aber bereits aus den 1920er Jahren. Die Nazis hätten es auch nicht geschafft, die versprochenen 600 000 Arbeitsplätze im Autobahnbau zu schaffen, schreiben Forscher. Mehr als 250 000 Menschen seien zu keinem Zeitpunkt beschäftigt gewesen.  © dpa
LÄNGE: Unter den nationalen Autobahnen hält Australien den Weltrekord. Rund 14.500 Kilometer misst der „National Highway“, der den gesamten Kontinent umrundet. © dpa
Deutschland als Transitland punktet dagegen mit einem dichten Netz vieler Autobahnen, das heute rund 12 845 Kilometer umfasst. Obwohl Autobahnen damit nur einen Anteil von sechs Prozent an allen Fernstraßen haben, rollt über sie fast ein Drittel des Gesamtverkehrs. Zwischen 2001 und 2011 wurden in Deutschland noch einmal rund 1000 Kilometer Autobahnen für mehr als 12 Milliarden Euro neu gebaut. © dpa
KULTURGUT AUTOBAHN: Ein heiteres Denkmal setzte die Düsseldorfer Elektronik-Band „Kraftwerk“ den Autobahnen 1974. Auf dem Album „Autobahn“ machte der Titelsong Furore - gekürzt sogar bis in die US-Hitparade. Der Refrain „Wir fahr'n fahr'n fahr'n auf der Autobahn“ hatte nicht nur Blödel-Potenzial. Er drückte auch das aus, was sich bei langen Autobahnfahrten einstellen kann: Langeweile und Monotonie. © dpa

Der rund vier Kilometer lange Abschnitt zwischen dem Autobahndreieck Essenund der Anschlussstelle Essen-Zentrum war Anfang Juli in beide Richtungen gesperrt worden, um die Bauarbeiten zu beschleunigen. Für rund 20 Millionen Euro wurden drei Brücken saniert, ein Tunnel mit neuer Sicherheitstechnik ausgestattet und die Fahrbahnen erneuert. Das Projekt fand bundesweit Beachtung, weil erstmals bei einer so großen Baustelle eine Komplettsperrung getestet wurde, statt die Arbeiten schrittweise in zwei Jahren abzuwickeln.

Die Organisatoren der Bauarbeiten sind mit dem Verlauf des Pilotprojekts ausgesprochen zufrieden. Durch die beschleunigten Bauarbeiten seien rund zwei Millionen Euro gespart worden. Ein Verkehrschaos auf den Ausweichstrecken sei ausgeblieben. Auf der Strecke werden täglich 90 000 Fahrzeuge gezählt.

dpa

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