400 Tunnel in 21 Ländern

ADAC stellt Tunneltest vor

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Eine Innenaufnahme des Wattkopftunnels bei Ettlingen in Baden-Württemberg.

München - Der Automobilclub ADAC will am Mittwoch die Ergebnisse seines Tunneltests 2015 vorstellen. Außerdem will der Club ein Resümee gut zehn Jahre nach Verabschiedung einer EU-Richtlinie zu Sicherheitsstandards von europäischen Straßentunneln ziehen.

Nach eigenen Angaben hat der ADAC bis heute rund 400 Tunnel in 21 europäischen Ländern getestet. Um die Jahrtausendwende gab es in Europa mehrere verheerende Tunnel-Unglücke, etwa den Brand im Schweizer Gotthardtunnel im Jahr 2001, bei dem elf Menschen ums Leben kamen.

Im Montblanc-Tunnel zwischen Frankreich und Italien starben 1999 39 Menschen. Als Reaktion wurden in vielen Fällen Brandschutzvorkehrungen, Belüftungsanlagen und Fluchtmöglichkeiten verbessert.

Im Tunnel bekommen viele Autofahrer ein mulmiges Gefühl - bei Stau oder Unfall sind wichtige Regeln zu beachten.

DIE GRÖßTEN TUNNEL-KATASTROPHEN

MONT-BLANC-TUNNEL: Die Röhre unter dem Montblanc-Massiv verbindet Frankreich mit Italien. Pro Tag fahren rund 5000 Fahrzeuge hindurch. Am 24. März 1999 kommt es zur Katastrophe. Der Motor eines belgischen Lastwagens gerät in Brand, vermutlich wegen einer weggeworfenen Zigarettenkippe. Der Fahrer kann flüchten, doch viele Menschen sitzen hinter dem Laster in ihren Autos fest. 39 von ihnen verbrennen. Das Feuer wütet über 53 Stunden.

TAUERNTUNNEL: 29.05.1999: Er gehört zur Tauern-Autobahn A 10 Salzburg-Villach in Österreich. Am frühen Morgen des 29. Mai 1999 übermannt der Sekundenschlaf einen Lkw-Fahrer aus Oberösterreich. Der Laster, beladen mit 24.000 Lackspraydosen, rammt eine stehende Auto-Kolonne, die vor einer roten Ampel wartet. Feuer bricht aus, es entstehen Temperaturen von bis zu 1200˚C. Zwölf Menschen kommen in den Flammen um.

GOTTHARD: Mit seinen 16,9 Kilometern unter dem Schweizer Berg-Massiv ist er der drittlängste Straßentunnel der Welt – und einer der gefährlichsten. In 30 Jahren ereigneten sich rund 900 Unfälle.

Der Schwerste geschah am 24. Oktober 2001: Zwei Lkw stießen zusammen und gerieten in Brand. Elf Menschen starben.

BODENSEE: Bei der Einfahrt in einen Tunnel der Bundesstraße 31 bei Eriskirch im Bodenseekreis gerät ein Auto am 25. Dezember 2005 ins Schleudern, prallt gegen ein entgegenkommendes Fahrzeug und rammt schließlich die Tunnelwand. Das Auto fängt sofort Feuer. Vier Menschen im Alter zwischen 18 und 23 Jahren verbrennen. Ein fünftes Opfer wird aus dem Wagen geschleudert und stirbt ebenfalls.

dpa

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