Nur ein Kindersitz ist „sehr gut“

Wie sitzen Kinder im Auto am sichersten? Das testen Experten im Landsberger ADAC-Testzentrum einmal in Jahr. Foto: dapd

München - Die meisten Kindersitze sind sicher. Doch auch diesmal fand der ADAC mangelhafte Modelle. Und nur ein Sitz erwies sich als sehr gut.

Einmal im Jahr nimmt der ADAC aktuelle Auto-Kindersitze unter die Lupe. Diesmal mit einem klaren Sieger: Der Römer Baby-Safe Plus II SHR mit dem praktischen Befestigungssystem Isofix schneidet als einziger „sehr gut“ ab. Der zweite Platz im Test geht an den gleichen Sitz ohne Isofix. Er kostet aber mit 150 Euro gegenüber dem Testsieger weniger als die Hälfte (siehe Tabelle).

Auch teure haben Mängel

Zwei Pluszeichen für die Sicherheit gibt es sonst nur noch für einen Kleinkindersitz, alle anderen 25 getesteten Sitze mussten Abstriche bei der Sicherheitsnote hinnehmen.

Unter erheblichen Sicherheitsmängeln leiden auch so teure Modelle wie der Casualplay Fix QR mit Stützfuß für 450 Euro. Dagegen gibt es gute Modelle auch für 109 Euro wie den Maxi Cosi Rodi XP 2 oder 110 Euro wie den Recarao Milano.

Ältere Testsieger bleiben sicher

Doch sparen kann man auch ganz anders: Traditionell nimmt der ADAC in seinem jährlichen Test nur die neuesten Modelle unter die Lupe. Doch auch gut bewertete Modelle aus den Vorjahren sind deshalb nicht schlechter geworden, in vielen Fällen aber billiger.

Die Frage nach dem Isofix-System stellt sich nur bedingt. Zum einen sind die dafür notwendigen Haltebügel nur in neueren Autos zu finden (im Zweifel in die Bedienungsanleitung schauen). Zum anderen ist das System nur für Kleinkindersitze geeignet. Kinder mit 15 und mehr Kilogramm sind dafür bereits zu schwer. sie müssen mit den normalen Sicherheitsgurten gehalten werden. Auch gibt es kein Zeichen dafür, dass Isofix generell sicherer ist. Es erleichtert vor allem die Handhabung.

Probesitzen ist unabdingbar

Man sollte nicht blind den Testergebnissen vertrauen, sondern einen Sitz ausprobieren. Das heißt vor allem: probeweise ins eigene Auto einbauen. Denn nicht jeder Sitz passt zu jedem Auto. Auch das Kind muss beim Kauf dabei sein. Wenn der Kopf über die Lehne hinausreicht, ist der beste Sitz zu klein. Auch ob die Schlafposition für das Kind bequem ist, merkt man erst beim Probesitzen.

Beifahrersitz ist nicht verboten

Eine Frage wird häufig diskutiert: Sind die Vordersitze für Kinder tabu? Die Antwort ist einfach: Nein. Grundsätzlich dürfen Kinder mit dem Kindersitz auch auf dem Beifahrersitz mitfahren. Dennoch rät der ADAC zum rechten Rücksitz. Rechts, weil das Kind beim Anhalten an der Gehsteigseite sitzt. Der Rücksitz, weil er als sicherer gilt.

Wer ein Kind, weil man es leichter beaufsichtigen kann oder weil es dem Kleinen im Fond leicht schlecht wird, auf dem Beifahrersitz transportieren will, sollte darauf achten, dass dies sowohl der Fahrzeughersteller als auch der Hersteller des Sitzes erlauben. Denn es gibt Autos und Sitze, bei denen der Kindertransport vorne nicht zugelassen ist.

Für Kleinkinder Airbag deaktivieren

Nicht notwendig ist dagegen bei größeren Kindern, dass der Airbag für den Transport auf dem Beifahrersitz deaktiviert ist - was nur in neueren Autos möglich ist. Denn diese Deaktivierung aus Sicherheitsgründen ist nur in den Fällen nötig, in denen Babys liegend mit dem Kopf in Fahrtrichtung transportiert werden.

Allerdings sollte der Vordersitz soweit möglich nach hinten geschoben werden, um die Kinder im Schadensfall nicht der vollen Wucht des Airbags auszusetzen.

Martin Prem

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