ADAC will Werkstatt-Netz aufbauen

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Die gelben ADAC-Pannenhelfer kennt jeder: Jetzt erwägt der Automobilclub, auch ins Werkstatt- Geschäft einzusteigen.

München – Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) erwägt den Aufbau einer bundesweiten Franchisekette für Kfz-Werkstätten. Damit sollen neue Qualitätsmaßstäbe gesetzt und auch die Preise gesenkt werden.

Am Rande der Bilanzvorlage des Clubs in München sagte ADAC-Präsident Peter Meyer, dass  derzeit vier vom ADAC zertifizierte Testwerkstätten in Betrieb seien. Ende des Jahres werde entschieden, ob der Club in großem Stil einsteigt. Wenn die ADAC-Werkstätten beim Autofahrer ankommen, seien binnen fünf Jahren rund 100 Filialen und in zehn Jahren rund 400 Ableger denkbar. Das wäre annähernd die Dimension bestehender freier Werkstattketten von Rang wie ATU.

Mehr Pannen-Einsätze

Rund 4,25 Millionen Mal rückten die ADAC-Pannenhelfer 2010 aus – im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von acht Prozent. Hauptursache sei der harte Winter gewesen, erklärte ADAC-Präsident Peter Meyer. Viele Autofahrer würden ihr Fahrzeug aber auch nicht mehr so sorgfältig warten und blieben daher häufiger liegen. Die Zahl der Mitglieder stieg 2010 um knapp 500 000 auf 17,28 Millionen. Club und das Geschäft von Wirtschaftstöchtern aufaddiert, setzte der ADAC knapp 1,8 Milliarden Euro um und erzielte einen Gewinn von 133 Millionen Euro.

Die ADAC-Werkstätten bleiben auch für Nichtmitglieder bei grundsätzlich gleichem Preis offen. Wer dem Club angehört, soll aber in den Genuss exklusiver Angebote kommen. So könne beim Ölwechsel zeitlich befristet die Arbeitszeit nicht berechnet oder der Wechsel von Bremsbelägen rabattiert werden, heißt es.

Die Überlegung, gleich eine ganze Werkstattkette zu kaufen, hat die in München residierende Autofahrerlobby ad acta gelegt. Es würden auch keine eigenen Werkstätten neu gegründet, so ein ADACExperte. Rekrutiert würden die ADAC-Filialen aus bestehenden freien Reparaturbetrieben. Knapp 20 000 davon gibt es laut dem Zentralverband des Deutschen Kraftfahrtgewerbes (ZDK).

Die Branche könnte vom ADAC-Vorstoß ziemlich aufgemischt werden, da der Club unter Verbrauchern einen hervorragenden Ruf genießt. Der ZDK werde genau verfolgen, ob das ADAC-Projekt mit den Interessen des Kfz- Gewerbes in Kollision gerät, kündigte ein Sprecher an. Das Qualitätsniveau der Branche sei schon sehr hoch. Der Anspruch, sich qualitativ nach oben und preislich nach unten hin abzusetzen, sei ziemlich ehrgeizig.

Der ADAC will mit der Werkstatt-Kette primär kein Geld verdienen, sondern sie als Imageträger und Instrument zur Mitgliedergewinnung einsetzen. Es ist auch nicht geplant, die neue Kette mit der Kfz-Versicherung zu verknüpfen und nach dem Vorbild der Huk Coburg verbilligte Kfz-Policen anzubieten, wenn das Auto bei einer ADAC-Werkstätte repariert werde, so Meyer. Eine Gebühr für die Zertifizierung einer Werkstatt, die regelmäßig erneuert werden muss, ist aber vorgesehen.

Topp! Mercedes, BMW und Citroën

ADAC-Pannenstatistik 2009
Deutsche Auto sind zuverlässig - das bestätigt die ADAC- Pannenstatistik. Mercedes, BMW und auch Citroën gehen als Doppelsieger hervor. Für die Ergebnisse in den einzelnen Fahrzeugklassen wurden 2,04 Millionen Pannenberichte der Gelben Engel aus dem Jahr 2009 ausgewertet. © Hersteller
ADAC-Pannenstatistik 2009
Kleinstwagen – Auf Platz 1 der Citroën C1 (baugleich mit Peugeot 107 und Toyota Aygo) mit fünfmal „sehr gut“ und einmal „gut“. © Hersteller
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Kleinstwagen: Toyota Aygo "sehr gut". © Hersteller
ADAC-Pannenstatistik 2009
Kleinstwagen: Den 2. Platz teilen sich der VW Fox und der Fiat Panda. © Hersteller
ADAC-Pannenstatistik 2009
Kleinstwagen: 2. Platz für den Fiat Panda. © Hersteller
ADAC-Pannenstatistik 2009
Kleinstwagen: Viel Ärger bescherte der Chevrolet Matiz mit „mangelhaft“ bei den Baujahren 2008 und 2009. © Hersteller
ADAC-Pannenstatistik 2009
Kleine Klasse: Hier liegt der BMW Mini vorn. © Hersteller
ADAC-Pannenstatistik 2009
Kleine Klasse: Ford Fusion gehört zu den Zuverlässigen. Auch Mitsubishi. © Hersteller
ADAC-Pannenstatistik 2009
Kleine Klasse: Der Fiat Punto bildet den Abschluss der mit 24 Fahrzeugen umfangreichsten Klasse, allerdings immer noch mit erstaunlich guten Noten (viermal „gut“!). © Hersteller
ADAC-Pannenstatistik 2009
Untere Mittelklasse: Gleich drei Modelle teilen sich hier den Spitzenplatz. Zum einen die Mercedes B-Klasse. © Hersteller
ADAC-Pannenstatistik 2009
Und auch der Audi A3 wurde in der untere Mittelklasse mit "sehr gut" bewertet. © Hersteller
ADAC-Pannenstatistik 2009
Untere Mittelklasse: Der BMW 1er gehört zum Spitzentrio mit der Wertung „sehr guter“. © Hersteller
ADAC-Pannenstatistik 2009
Untere Mittelklasse: Der Peugeot 307 ist Letzter mit „befriedigenden“ bis „guten“ Wertungen. © Hersteller
ADAC-Pannenstatistik 2009
Mittelklasse/Obere Mittelklasse: Überzeugend: Mercedes C-Klasse, in jedem der sechs Baujahre „sehr gut“. © Hersteller
ADAC-Pannenstatistik 2009
Mittelklasse/Obere Mittelklasse: BMW 3er © Hersteller
ADAC-Pannenstatistik 2009
Mittelklasse/Obere Mittelklasse: A6 © Hersteller
ADAC-Pannenstatistik 2009
Geländewagen: Hier hat der BMW X3 die Nase vorn. © Hersteller
ADAC-Pannenstatistik 2009
Geländewagen: Der BMW X5 "sehr gut" in jedem Baujahr. © Hersteller
ADAC-Pannenstatistik 2009
Nissan Quashqai "sehr gut" bei den Geländewagen © Hersteller
ADAC-Pannenstatistik 2009
Bei den Geländewagen belegen dagegen der Toyota RAV 4 das Tabellenende © Hersteller
ADAC-Pannenstatistik 2009
Geländewagen: Auch der Hyundai Tucson schnitt in der Pannenstatistik schlecht ab. © Hersteller
ADAC-Pannenstatistik 2009
Kleine Vans: Vorbildlich der Citroën C4/Xsara Picasso mit ausschließlich „sehr guter“ Wertung. © Hersteller
ADAC-Pannenstatistik 2009
Kleine Vans: Vorbildlich der Citroën C4/Xsara Picasso mit ausschließlich „sehr guter“ Wertung. © Hersteller
ADAC-Pannenstatistik 2009
Kleine Vans: Auch der Renault Kangoo können nicht überzeugen. © Hersteller
ADAC-Pannenstatistik 2009
Kleine Vans: Vorbildlich der Citroën C4/Xsara Picasso mit ausschließlich „sehr guter“ Wertung. © Hersteller
ADAC-Pannenstatistik 2009
Kleine Vans: Der Opel Zafira konnte dagegen nicht überzeugen. © Hersteller
ADAC-Pannenstatistik 2009
Große Vans: Der VW Sharan und der baugleiche Seat Alhambra mit „guten“ bis „befriedigenden“ Noten auf Platz 1. © Hersteller
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Große Vans: Der Ford Transit wird Letzter. © Hersteller
ADAC-Pannenstatistik 2009
Sportwagen/Cabrios: In dieser Klasse gibt es nur vier Fahrzeuge. Auf dem Treppchen: Mercedes SLK... © Hersteller
ADAC-Pannenstatistik 2009
...Mercedes CLK © Hersteller
ADAC-Pannenstatistik 2009
Sportwagen/Cabrios: Auch der Peugeot 207 CC gehört zu den Dauerläufern in dieser Klasse. © Hersteller
ADAC-Pannenstatistik 2009
Die ADAC-Pannenstatistik umfasst die Pannen der ein- bis sechsjährigen Autos von Clubmitgliedern, die von der ADAC-Straßenwacht bearbeitet wurden. Häufigste Pannenursachen waren wie im Vorjahr Schäden an der Fahrzeugelektrik (40,8 Prozent) und an der Zündanlage (10,8 Prozent). Motorprobleme sind mit 7,6 Prozent eher selten. © Hersteller

Über deren Höhe schwieg sich Meyer aus. Getestet wird das Konzept seit zwei Jahren. Basis ist ein Qualitäts- und Kriteriensystem, auf das sich zertifizierte Partnerbetriebe verpflichten müssten, um mit dem ADAC Logo werben zu dürfen. Zurückgreifen kann der Club dabei auf seine traditionellen Werkstatttests. Die würden die Mängel im bestehenden System zeigen und offenlegen, wo Autofahrer beim Werkstättenbesuch der Schuh drückt, sagte ein ADAC-Experte.

VON THOMAS MAGENHEIM-HÖRMANN

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