Alkoholwegfahrsperren können Chance für Promillesünder sein

So sieht die Praxis aus: Bevor der Motor gestartet werden kann, fordert die Wegfahrsperre den Autofahrer zu einer Atemprobe auf. Foto: Drägerwerk AG & Co. KGaA

München (dpa/tmn) - Zu viel Alkohol getrunken - und prompt streikt das Auto: Von Atemalkohol gesteuerte Wegfahrsperren könnten helfen, das Rückfallrisiko für Trunkenheit am Steuer zu verringern, teilte der TÜV Süd mit.

Alkoholwegfahrsperren können das Rückfallrisiko von Trunkenheit am Steuer verringern. Das gilt aber nur, wenn es parallel Rehabilitationsmaßnahmen gibt. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsbericht des TÜV Süd im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen, der die Wirksamkeit von den Alkohol-Interlocks genannten Wegfahrsperren bei alkoholauffälligen Kraftfahrern untersucht.

Alkoholwegfahrsperren sind im Auto eingebaut und fordern Autofahrer zu einer Atemprobe auf, bevor der Motor gestartet wird. Nur wenn der gemessene Wert des Atemalkohols unter einer bestimmten Grenze liegt, wird der Motor gestartet. So sollen Autofahrten unter Alkoholeinfluss verhindert werden. Die Wegfahrsperren können allerdings manipuliert werden, indem eine andere nüchterne Person die Atemprobe abgibt. In Deutschland gibt es bisher keine gesetzliche Grundlage für den Einsatz der Alkohol-Interlocks.

Laut Forschungsbericht sind Alkoholwegfahrsperren besonders effektiv, wenn sie nicht als Sanktionsinstrument eingesetzt werden. Stattdessen sollen sie Betroffenen helfen, ihr Trinkverhalten möglichst frühzeitig zu überdenken, um langfristig das Rückfallrisiko zu verringern. Wichtig ist allerdings, dass Betroffene sich nicht allein auf das Gerät verlassen müssen. Zusätzlich zur Alkoholwegfahrsperre ist eine psychologische Betreuung notwendig.

Forschungsbericht nachlesen (pdf)

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