Horrorliste deutscher Autofahrer

"Alptraum": Wo sich Deutsche niemals ins Auto setzen würden

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Deutsche verzichten im Urlaub ungern auf ihr Auto. Doch in manchen Städten lassen sie den Pkw dann doch lieber stehen.  

Freiwillig auf das Auto verzichten? Für viele deutsche Urlauber undenkbar. Doch mancher Ort entpuppt sich als wahrer Alptraum. Das besagt eine aktuelle Umfrage.

Des Deutschen liebstes Fortbewegungsmittel im Urlaub ist und bleibt das Auto. Auch jetzt, zu Beginn der Urlaubssaison 2017, verreisen wieder zahlreiche Urlauber mit dem Pkw. Doch laut einer Umfrage von AutoScout24 würden sich die Deutschen keinesfalls in jeder Stadt hinters Steuer setzen. Bangkok, Tokyo und Mexiko-Stadt stehen an der Spitze der dieser Horrorliste hiesiger Autofahrer, aber auch in einigen europäischen Metropolen lassen viele den Wagen lieber stehen. In einer repräsentativen Studie wurden im Auftrag von AutoScout24 rund 1.000 Deutsche im Alter von 18 bis 65 Jahren zum Thema "Sommerurlaub" befragt. Männer zeigten sich im Vergleich zu Frauen als selbstbewusstere Fahrer. Außerdem offenbarte sich, dass sich Autofahrer mit steigendem Einkommen eher auch in Kairo & Co. ans Steuer setzen.  

Top 3 der "bedrohlichsten" Städte: Bangkok, Tokyo, Mexiko-Stadt

Die meisten Fahrer schrecke das Gewusel auf Asiens Straßen ab, so die Umfrage. 60 Prozent der befragten Deutschen gaben etwa an, dass sie sich in Bangkok niemals hinters Steuer setzen würden. Auf Platz zwei der bedrohlichsten Autostädte folge dann Tokyo – 54 Prozent der Befragten ließen den Wagen hier lieber stehen. Immer noch jeder Zweite (49 Prozent) würde das Autofahren in Mexiko-Stadt eher anderen überlassen. Weitere 47 Prozent würden nicht in Kairo fahren, New York (41 Prozent) und London (38 Prozent) gelten bei den Befragten ebenfalls als ziemlich gefährlich. Die italienische Hauptstadt Rom hingegen trauten sich die meisten zu, nur 28 Prozent hätten mehr als nur Respekt. Und Berlin? Die deutsche Hauptstadt werde weniger chaotisch wahrgenommen: Nur neun Prozent der Deutschen würden hier auf das eigene Auto verzichten.

Männer selbstbewusster als Frauen

24 Prozent der Befragten, also ein Viertel, sagten, sie würden sich die Fahrt in allen Städten zutrauen. Männer zeigten sich hierbei selbstbewusster als Frauen: Während sich 27 Prozent der Fahrer überall ans Steuer setzen würden, sind es bei den Fahrerinnen nur 20 Prozent. 13 Prozent der Frauen würden nach eigener Aussage auch nicht in Berlin fahren (Männer: fünf Prozent). Und auch während der Rom-Reise fühlten sich 34 Prozent der befragten Frauen sicherer, wenn der Mann am Steuer sitzt. Sie selbst trauten sich die Fahrt zwischen Colosseum und Trevi-Brunnen nicht zu. Bei den Männern waren es 21 Prozent, die nicht in Rom fahren würden. Auch der Linksverkehr in London schreckt laut der Untersuchung einen Teil der Damenwelt ab: 46 Prozent lassen den Autoschlüssel auf ihrer Reise in die Hauptstadt des Vereinigten Königreichs lieber zu Hause. Bei den Männern fühlen sich nur 30 Prozent unwohl in London.

In exotischen Städten Auto fahren? Lieber nicht

Laut AutoScout24 üben sich auch jüngere Autofahrer eher in Zurückhaltung, wenn sie in exotischen Städten ein Auto steuern sollen. Nur 18 Prozent der Deutschen zwischen 18 und 29 Jahren würden demnach in all den genannten Metropolen fahren, dafür aber 28 Prozent der Befragten von 30 bis 39 Jahren. Bei Fahrern über 50 scheint das Selbstbewusstsein wieder leicht zu sinken: In dieser Altersgruppe würden sich nur 23 Prozent in Bangkok, Tokyo usw. ans Steuer wagen.

Mehr Geld gleich mehr fahrerisches Selbstbewusstsein?

Am Ende stellt die Studie noch einen interessanten Zusammenhang zwischen höherem Einkommen und größerem Vertrauen in die eigenen Fahrküste her. So kommt die Befragung zu dem Ergebnis, dass nur 20 Prozent von denen, die über ein Haushaltsnettoeinkommen von unter 1.500 Euro verfügen, auch überall selbst fahren. Dem gegenüber würden 23 Prozent der Befragten, die zwischen 2.000 und 2.500 Euro verdienen, auch ohne Weiteres durch die Straßen von Kairo oder Moskau kurven. Wer mehr als 3.800 Euro nach Hause bringt, traut sich anscheinend noch mehr zu – 28 Prozent würden sorgenlos aufs Gaspedal treten, auch wenn es über die fünfspurigen Autotrassen Tokyos geht.

Überblick der "Alptraum"-Städte: Wo sich deutsche Autofahrer nicht ans Steuer setzen würden

Stadt

Gesamt 

Frauen

Männer

Bangkok

60 Prozent

66 Prozent

53 Prozent

Tokyo

54 Prozent

62 Prozent

46 Prozent

Mexiko-Stadt

49 Prozent

53 Prozent

44 Prozent

Kairo

47 Prozent

54 Prozent

41 Prozent

New York

41 Prozent

53 Prozent

30 Prozent

London

38 Prozent

46 Prozent

30 Prozent

Moskau

38 Prozent

42 Prozent

34 Prozent

Johannesburg

34 Prozent

39 Prozent

30 Prozent

Rom

28 Prozent

34 Prozent

21 Prozent

Berlin

9 Prozent

13 Prozent

5  Prozent

Ich würde in allen Städten fahren

24 Prozent

20 Prozent

27 Prozent

Quelle: www.autoscout24.de / Innofact; Basis: 1.027 Befragte / Mehrfachantworten waren möglich

Eine weitere interessante Studie zum Weiterlesen: Welches Auto-Kaufverhalten legen eigentlich Top-Fußballer an den Tag? Außerdem könnte Sie interessieren, ob blaue Autos wirklich mehr Unfälle verursachen als andere.

Nervig: Diese Autofahrertypen kennt jeder

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1. "Drängler": Drängeln ist besonders gefährlich. Längst beschränkt sich dieses Phänomen nicht mehr nur auf Autobahnen. Das Betätigen der Lichthupe beim Überholvorgang ist jedoch nicht immer gleich eine Nötigung.  © dpa
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2. "Chronischer Mitte-Fahrer": Auf deutschen Autobahnen gilt das Rechtsfahrgebot. Doch so mancher Autofahrer scheint sich nur in der Mitte wirklich wohl zu fühlen. Das ist dann besonders nervig, wenn er mit Tempo 100 auf der Mittelspur vor sich hin trödelt. Rechts überholen sollte man aber dennoch nicht. © Pixabay
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3. "Parkplatz-Blockierer": Die Parkplatzsuche kann Autofahrer schnell wahnsinnig machen, besonders wenn viel los und wenig Platz vorhanden ist. Manche Autofahrer nehmen leider wenig Rücksicht und beanspruchen gleich mehrere Stellplätze für sich. Deshalb braucht es Hinweise wie diesen. © picture alliance / dpa
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4. "Blinkmuffel": Besonders auf der Autobahn können blinkfaule Autofahrer für große Gefahr sorgen. Nämlich etwa dann, wenn sie ohne Ankündigung einfach auf die Überholspur ausscheren. Deshalb gehört Blinken zum Abbiegevorgang dazu.   © dpa
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5. "Blinkmuffel, die Zweite": Auch im Kreisverkehr sollten Sie ihr Abbiegeverhalten mit dem Blinker ankündigen. Leider verzichten auch hier manche Verkehrsteilnehmer auf den Einsatz des Blinkhebels und riskieren Unfälle. © dpa
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6. "Lichtverweigerer": Bei vielen modernen Autos springt die Lichtanlage ohnehin automatisch an. Manch ein Autofahrer ist aber trotz verstärkter Warnhinweise noch immer lieber ohne Licht unterwegs. Dies birgt enorme Gefahren.   © dpa
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