Auch bei Vorfahrt: Mithaften bei falschem Blinken

+
Wer falsch blinkt, kann bei einem Unfall durchaus eine Teilschuld bekommen. Foto: Arno Burgi

Saarbrücken (dpa/tmn) - Wer falsch blinkt, wird auch bei Vorfahrt nach einem Unfall zur Mithaftung herangezogen. Das ergibt sich aus einem Urteil des Landgerichts (LG) Saarbrücken (Az.: 13 S 64/15), über das der ADAC berichtet.

Ein Autofahrer fuhr im verhandelten Fall auf einer vorfahrtsberechtigten Straße. Dabei blinkte er rechts. Das nahm ein weiterer Autofahrer in einer von rechts kommenden Nebenstraße zum Anlass abzubiegen. Dabei stießen die Autos zusammen, da der Blinkende geradeaus weiterfuhr.

Der blinkende Autofahrer verlangte Schadenersatz. Doch die gegnerische Versicherung weigerte sich, voll zu zahlen.

Das Gericht gab ihr Recht. Zwar sei dem ersten Eindruck nach der Fahrer aus der Nebenstraße alleiniger Unfallverursacher, da ja wartepflichtig. Doch dürfe dieser auch darauf bauen, dass sich der andere Autofahrer nicht untypisch und verkehrswidrig verhält, durch falsches Blinken etwa. Doch darauf allein hätte sich der Fahrer nicht verlassen dürfen. Es hätte weiterer Hinweise wie zum Beispiel der Verringerung der Geschwindigkeit bedurft. So sprach das Gericht eine Haftungsverteilung von 30 zu 70 zu Lasten des Wartepflichtigen aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.