Risiko oder Chance

Auf was beim Autokauf von privat zu achten ist

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Geld gegen Fahrzeug und Papiere. Einen schriftlichen Kaufvertrag sollten Käufer und Verkäufer dennoch abschließen, raten Experten. 

Autokauf ist Vertrauenssache. Händler geben eine Garantie, private Verkäufer müssen das nicht. Doch auch bei Privatkäufen können sich Interessenten schützen.

Es klingt verlockend: Für den fünf Jahre alten Kompakten mit nur wenig Kilometern auf der Uhr verlangt der Privatverkäufer nur einen Bruchteil des Händlerpreises. Aber entpuppt sich das Auto vielleicht später als Groschengrab?

Gebrauchtwagen kaufen - darauf sollten Sie achten 

Privatkäufe von Autos bergen ein gewisses Risiko. Denn ein Laie kann in der Regel nicht beurteilen, in welchem technischen Zustand sich das Auto befindet. Philipp Heise vom Auto Club Europa (ACE) rät beim Privatkauf, auf eine möglichst lückenlose Dokumentation der durchgeführten Wartungs- und Pflegearbeiten zu achten - am besten in Form eines Scheckheftes.

Sind viele Vorbesitzer eingetragen?

"Außerdem sollten Interessenten darauf achten, wie viele Vorbesitzer eingetragen sind und ob es in der Vergangenheit ausschließlich privat genutzt wurde", sagt er. Denn Fahrzeuge aus Autovermietungen oder Dienstwagen können mitunter größere Verschleißerscheinungen aufweisen. Hellhörig sollten Interessenten werden, wenn der Preis unrealistisch niedrig ist. "Hier hilft der Blick auf vergleichbare Modelle mit ähnlichem Baujahr und Laufleistung oder das Konsultieren eines Fachmannes."

Wie sieht der Innenraum aus?

Zeigen Polster, Hebel oder Pedale deutliche Verschleißspuren, ist ein niedriger Kilometerstand eher unwahrscheinlich. "Bei manchen Fahrzeugen kann der Fahrzeughersteller den originalen Kilometerstand unabhängig vom angezeigten Kilometerstand auslesen", sagt Heise. Auf Wartungs- und HU-Berichten wird meist ein Kilometerstand vermerkt. Sollte hier etwas nicht plausibel erscheinen, sei Vorsicht geboten. Verdeckte Mängel können Laien dagegen nur schwer erkennen. "Hier bietet sich der Check in einer qualifizierten Fachwerkstatt an."

Was muss im Kaufvertrag stehen?

Besonders wichtig: der Kaufvertrag. In ihm sollte alles zu den beiden Parteien und dem Fahrzeug vermerkt sein. Dazu gehören unter anderem Fabrikat, Fahrzeug-Identifikationsnummer, Kilometerstand, Vorbesitzer, mögliche Unfallschäden, Baujahr, Farbe, gültige Hauptuntersuchung (HU) und Zustand. Außerdem wichtig: Die Abmeldung muss geregelt werden. Der Verkäufer sollte die gesetzliche Gewährleistung ausschließen. Autoclubs wie ADAC und ACE bieten auf ihren Internetseiten einen Standard-Kaufvertrag zum Download und Ausdrucken an.

Oft finden Interessenten Autos auf Onlinebörsen wie autoscout24.de oder mobile.de. Bei mobile.de kommen von den aktuell 1,4 Millionen angebotenen Fahrzeugen nur rund 200.000 Autos von Privathaltern. Dabei liege der Durchschnittspreis aller gehandelten Gebrauchtwagen bei knapp über 22.000 Euro. "Das liegt daran, dass der Anteil junger und damit hochwertiger Gebrauchtwagen sukzessive gestiegen ist", sagt Christian Maas von mobile.de. Natürlich gebe es auch Privatverkäufer, die den Wert ihres Fahrzeuges überschätzen und zu hoch ansetzen.

Vorsicht bei Super-Schnäppchen!

Maas rät im Netz zur gleichen Aufmerksamkeit beim Autokauf wie in der realen Welt. "Vorsichtig sollten Interessenten bei sogenannten Super-Schnäppchen sein", sagt er. Obacht ist auch geboten, wenn Telefonnummer oder Adresse fehlen und ein Anbieter nur per E-Mail korrespondieren will. Die Aufforderung zur Vorauszahlung kann ein Betrugsversuch sein. Üblich beim Autokauf ist die Zug-um-Zug-Abwicklung - also Geld gegen Fahrzeug und Papiere.

Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt ein Autohaus oder den Kfz-Meisterbetrieb. "Dort werden die Gebrauchten vor dem Verkauf gründlich durchgecheckt und aufbereitet", sagt Ulrich Köster vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Bei den Autos liege oft ein Zustandsbericht vor, und nicht selten sei die HU frisch. Außerdem habe ein Händler meist viele Gebrauchte von Kunden im Angebot, die er genau kennt und die überwiegend scheckheftgepflegt sind. Hinzu kommen Dienst- und Vorführwagen. Ein zusätzlicher Sicherheitsaspekt für den Kunden: Bei Streitigkeiten kann er sich kostenlos an die Kfz-Schiedsstelle wenden, wenn der Betrieb Mitglied einer Kfz-Innung ist.

Händler haftet mindestens ein Jahr für Gebrauchtwagen

Daneben gilt die gesetzliche Sachmängelhaftung. Das heißt, der Händler haftet mindestens ein Jahr für Fahrzeugmängel, die zum Zeitpunkt der Übergabe vorhanden waren. "Darüber hinaus kann man als Kunde eine spezielle Gebrauchtwagen-Garantieversicherung abschließen", sagt Köster. Je nach Vertrag zahlt die Versicherung bei einem eventuell später auftretenden Defekt entsprechend der Laufleistung zum Beispiel die Lohn- und Materialkosten bei Reparaturen an wichtigen Baugruppen. Auch die Probefahrt gehöre immer zum Kauf dazu. So weiß der zukünftige Besitzer immer, worauf er sich einlässt.

Der Kilometerstand ist beim Kauf eines gebrauchten Autos ein wichtiger Preisfaktor. Doch ist einer Tachoanzeige überhaupt zu trauen? Hier finden Autokäufer die wichtigsten Tipps.

Die irrsten Autofahrer der Welt

Scheibenwischer kaputt?! Mit einer Paketschnur per Handbetrieb war ein Autofahrer bei Regen auf der Autobahn unterwegs.
Scheibenwischer kaputt?! Mit einer Paketschnur per Handbetrieb war ein Autofahrer bei Regen auf der Autobahn unterwegs. © Polizei
Ein toter Walhai wird auf einem Traktor zu einem Fischgroßmarkt in Xiangzhi (China) transportiert. Ein einheimischer Fischer hatte den Walhai aus dem Meer gezogen. Anfangs war der Mann überzeugt, dass ihm ein "Seeungeheuer" ins Netz gegangen wäre. 
Petri Heil! Ein toter Walhai wird auf einem Traktor zu einem Fischgroßmarkt in Xiangzhi (China) transportiert. Ein einheimischer Fischer hatte den Walhai aus dem Meer gezogen. Anfangs war der Mann überzeugt, dass ihm ein "Seeungeheuer" ins Netz gegangen wäre.  © AFP
Polizei stoppt pinken Opel im "Pozilei"-Design.
Polizei stoppt pinken Opel im "Pozilei"-Design. Die Beamten staunten nicht schlecht, als sie in um 1.30 Uhr am Sonntagmorgen in Hüllerup bei Flensburg einen besonderes Fahrzeug stoppten. Und zwar einen rosafarbenen Opel. Hinter dem Steuer saß eine junge Fahrerin. © dpa/ Polizei Flensburg
Man muss schon sehr genau hinsehen, um zu begreifen, was der 47-Jährige aus Polen alles auf seinen 40-Tonner geladen hat: Auto auf Laster auf Laster auf Laster, also drei Fahrzeuge hatte der Lkw-Fahrer auf- und ineinander geladen. Der Polizei Krefeld fiel das ungewöhnliche Gespann auf, als der Mann gerade dabei war, einen weiteren Transporter auf den Anhänger seines Lastzuges zu laden. © Pol Krefeld
3 Laptops im Lkw
Bei einer Routinekontrolle stoppte die Schweizer Polizei am Montag einen Lastwagen mit drei Laptops im Führerhaus. Was einen normalen Menschen schon am Schreibtisch überfordert, praktizierte der Lasterfahrer ganz selbstverständlich hinterm Steuer auf der Autobahn. © Polizei Kanton Solothurn
Da die Hecktüren des Transporters trotz der Millimeterarbeit beim Einpacken nicht ganz zugingen, fiel die Ladung einer Streife der Autobahnpolizei auf. Die beiden kasachischen Fahrer hatten einen Mittelklassewagen auf die Seite gelegt und passgenau hochkant in ihren Kleintransporter geschoben. © Polizei/dpa
Zwei junge Autofreaks haben sich im Kreis Vechta mit einem umgebauten Auto der besonderen Art eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Der Auspuff des Wagens ragte vorne aus der Motorhaube. Auch über das selbst gemalte Kennzeichen aus Pappe staunten die Beamten nicht schlecht. © Polizei/dpa
Manchmal muss selbst die Polizei noch staunen: Ein Autofahrer hat in Bremervörde eine Badewanne hinter sich hergezogen. Der Anhänger schlingerte an einem langen Seil hin und her. Funken flogen in alle Richtungen. In der Wanne saß ein Mann mit Motorradhelm. © dpa
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Bei einer Kontrolle in Eisenach hat die Polizei einen mit sechs Baumstämmen beladenen Kleinwagen aus dem Verkehr gezogen. Der Fahrer hatte seinen Ford Fiesta mit zweieinhalb Meter langen Stämmen beladen, die weit aus dem Kofferraum herausragten. Die Stämme hatten einen Durchmesser von bis zu 30 Zentimetern und die Ladung war nicht gesichert. © Polizei/dpa
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Komplett vom Kurs abgekommen ist wohl dieser Autofahrer: Mit einem Jetski an Bord und offener Heckklappe war der Wassersportler auf der Autobahn unterwegs. © Polizei
Panzer
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Panzer
Bei dem kuriosem Gefährt handelte es sich jeoch eigentlich um einen umgebauten Ford Galaxy im Camouflage-Look. Der 26-jährige britische Autobesitzer hatte einen „Geschützturm“ mit passendem Rohr auf das Dach montiert und den Van komplett in Tarnfarben umlackiert.  © Polizei
Pony auf dem Rücksitz: Die Polizei Koblenz stoppte den ungewöhnlichen Transport
Pony auf dem Rücksitz: Die Polizei Koblenz stoppte den ungewöhnlichen Transport. © POL Koblenz
Mit einer Lichterkette hinter seiner Windschutzscheibe hat ein Autofahrer die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich gezogen. Dazu hatte der Mann noch nachtaktive Nager an Bord. Die Hamster habe der 29-Jährige nicht allein zu Hause lassen wollen. © Polizei

dpa/tmn

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