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Kinder und Babys können unter gewissen Voraussetzungen im Auto vorne mitfahren

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Von: Marcus Efler

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Für viele Autofahrer ist die Sache klar: Kinder gehören auf die Rückbank. Dabei können sie problemlos vorne mitfahren – unter gewissen Voraussetzungen.

Eltern nach vorne, die Kinder auf die Rückbank: So sieht seit Jahrzehnten sieht der klassische Familienausflug aus. Die Sitzordnung stammt im Grunde noch aus der Zeit, als es keine Kindersitze gab, und nicht mal eine Gurtpflicht. Auch wenn nur ein Elternteil mit dem Nachwuchs unterwegs ist, gilt sie heute noch als Standard.

Dabei gibt es mittlerweile viele Gründe, die Kids auf dem Beifahrersitz Platz nahmen zu lassen. Kleinere sind so im Blickfeld und in der Reichweite von Vater oder Mutter hinter dem Lenkrad, größere finden es cool, das Navi zu programmieren oder die Spotify-Playlist zu bestimmen. Und im zweisitzigen Coupé gibt es sowieso keine Alternative.

Kinder und Babys im Auto: Dann dürfen sie vorne mitfahren

Kind in Auto-Kindersitz
Der Nachwuchs fährt vorne mit: Kein Problem mit dem richtigen Kindersitz. (Symbolbild) © Imagebroker/Imago

Die Straßenverkehrsordnung hat jedenfalls keinerlei Einwände. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung gibt es keinerlei Altersgrenze für das Vorne sitzen – oder liegen: Schon ein nur wenige Tage alter Säugling darf dort reisen. Voraussetzung ist natürlich ein korrekter Kindersitz beziehungsweise eine Babyschale.

„Sofern das Kind jünger als zwölf Jahre oder kleiner als 1,50 Meter ist, greift eine Kindersitzpflicht“, erläutert Stefan Ehl, Kfz-Experte der Sachverständigen-Organisation KÜS. Babyschalen werden in der Regel „reboard“, also entgegen der Fahrtrichtung installiert, der Beifahrer-Airbag muss dann deaktiviert werden. „Sollte der nämlich bei einem Unfall auslösen, wäre das Kind erheblichen Verletzungsgefahren ausgesetzt“, so Stefan Ehl. Die meisten Autos haben dafür einen Schlüsselschalter an Bord.

Kinder und Babys im Auto: Nicht immer ist es hinten sicherer

Nach vorne gerichtete Sitze für größere Kinder sind von der Airbag-Einschränkung nicht betroffen. Sollte ein Beifahrer-Airbag an Bord sein, muss allerdings der entsprechende Sitz möglichst weit nach hinten geschoben werden, damit das Kind nicht zu nah am Airbag sitzt.

Doch wo sitzt der Nachwuchs denn nun am sichersten? Pauschal lässt sich das nicht beantworten – bei einem Frontal-Crash sind beispielsweise die hinteren Plätze besser, bei einem Heckaufprall natürlich die vorderen. „Grundsätzlich mehr Sicherheit bietet in der Regel die Fahrzeugrückbank“, sagt KÜS-Mann Ehl.

Kinder und Babys im Auto: Im Ausland gelten teils andere Regeln

Außerdem sollte man zudem in der Gebrauchsanweisung seines Fahrzeugs nachlesen, welche Empfehlungen die jeweiligen Autohersteller für die Mitnahme von Kindern auf der Beifahrerseite geben. „In einigen Fällen sind zum Beispiel nicht deaktivierbare Seitenairbags an Bord, die beim Auslösen einen Kindersitz aus der sicheren Position drücken können, weshalb Hersteller dann von einer Kindersitzmontage vorne abraten“, weiß Stefan Ehl.

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Wer Kinder nicht vorschriftsgemäß im Auto unterbringt, muss übrigens mit Bußgeldern zwischen 30 und 70 Euro sowie in möglicherweise einem Flensburg-Punkt rechnen. Und auch auf der Urlaubsfahrt ist Vorsicht angebracht: In manchen Ländern ist nämlich die Fahrt auf dem Beifahrersitz tatsächlich erst ab einem gewissen Alter gestattet. (Mit Material von SP-X).

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