Das ist der neue Trend

Autofarben: Es wird wieder bunter auf den Straßen

Miniaturansichten verschiedener Autolacke bei Kia: Gerade in den kleineren Autoklassen kommen bunte Töne gut an. Foto: Uli Deck
1 von 6
Miniaturansichten verschiedener Autolacke bei Kia: Gerade in den kleineren Autoklassen kommen bunte Töne gut an.
Bei Toyota entscheiden sich Frauen in höherem Maße für Gelb- und Orangeanteile als Männer. Foto: Toyota
2 von 6
Bei Toyota entscheiden sich Frauen in höherem Maße für Gelb- und Orangeanteile als Männer.
Mut zur Farbe: Mercedes bietet die A-Klasse auch in Farbtönen wie dem neuen Metallic-Ton Elbaitgrün an. Foto: Daimler AG
3 von 6
Mut zur Farbe: Mercedes bietet die A-Klasse auch in Farbtönen wie dem neuen Metallic-Ton Elbaitgrün an.
Lack mich: Europaweit ist Weiß die beliebteste Autofarbe. Foto: Jan Woitas
4 von 6
Lack mich: Europaweit ist Weiß die beliebteste Autofarbe.
Sterne, zum Greifen nah: BASF hat einen Autolack entwickelt, bei dem kleinste Glaspartikel bei Sonneneinstrahlung für ein unterschiedlich starkes Funkeln sorgen. Foto: BASF Coatings GmbH
5 von 6
Sterne, zum Greifen nah: BASF hat einen Autolack entwickelt, bei dem kleinste Glaspartikel bei Sonneneinstrahlung für ein unterschiedlich starkes Funkeln sorgen.
Es kommt auf die Größe an: Der Anteil der Farbe Rot bei Kleinwagen liegt europaweit bei neun, in der Oberklasse aber nur bei zwei Prozent. Foto: Toyota
6 von 6
Es kommt auf die Größe an: Der Anteil der Farbe Rot bei Kleinwagen liegt europaweit bei neun, in der Oberklasse aber nur bei zwei Prozent.

Gedeckte Farben wie Schwarz und Grau sind bei deutschen Autofahrern nach wie vor am beliebtesten. Doch eine Lackfarbe ist bei verschiedenen Modellen angesagt.  

Weiß ist nach wie vor in. Grau, Silber und Schwarz bleiben Spitze, Blau und Grün liegen im Trend. Auf diese Formel lässt sich die bevorzugte Farbwahl auf Deutschlands Straßen bringen.

Auffällig: Der Höhenflug von Weiß bei den Autofarben hält nun schon seit einigen Jahren an. "Weiß erlebt seit 2007 einen richtigen Boom. Heute werden zehn Mal so viele weiße Fahrzeuge verkauft, wie Mitte der 2000er Jahre", sagt Constantin Hack vom Automobil Club Europa (ACE).

Laut dem BASF European Color Report For Automotive ist Weiß europaweit gesehen mit 30 Prozent sogar die beliebteste Autofarbe vor Schwarz (19 Prozent), Grau (16 Prozent) und Silber (13 Prozent). In Deutschland hingegen liegen weiterhin Schwarz und Silber sowie Grau vorne, haben allerdings die Plätze getauscht. Laut Kraftfahrtbundesamt liefen im vergangenen Jahr 28,7 Prozent aller Neuwagen in Silber oder Grau vom Band sowie 27,3 Prozent in Schwarz. 2014 war die Reihenfolge noch umgekehrt. Weiß belegt bei den deutschen Neuzulassungen weiterhin Platz drei mit knapp 20 Prozent. Noch vor zehn Jahren waren es nur 2 Prozent.

In Deutschland fährt man am liebsten schwarz

Damit machen allein diese Klassiker einen Verkaufsanteil von 75 Prozent aller Fahrzeuge in Deutschland aus. "Tatsächlich sind besonders die klassischen Nicht-Farben allgemein sehr beliebt", bestätigt Daimler-Sprecherin Anja Wassertheurer. "Gleichzeitig können wir feststellen, dass gerade unsere Kunden den Mut zu Farbe haben." So bietet Daimler etwa seine A-Klasse auch in Farbtönen wie dem neuen Metallic-Ton Elbaitgrün an.

Mehr bunte Töne in den kleineren Klassen beobachtet auch BASF. So liegt beispielsweise der Rot-Anteil bei Kleinwagen europaweit bei neun Prozent, in der Oberklasse aber nur bei zwei Prozent. Orange oder Purpur kommen bei Kleinwagen immerhin auf ein Prozent und liegen in der Mittel- oder Oberklasse im Promillebereich.

Frauen bevorzugen andere Farben

Ob neben Fahrzeugmodell und -größe auch das Geschlecht der Käufer bei der Farbwahl eine Rolle spielt, darüber sind sich Experten nicht einig. Bei Toyota entscheiden sich Frauen überwiegend für Weiß und Rot und im Vergleich zum Gesamtmarkt weniger oft für Silber und Schwarz. "Außerdem registrieren wir höhere Gelb- und Orangeanteile bei weiblichen Käufern als bei Männern", sagt Thomas Heidbrink von Toyota. Wassertheurer hält eher den individuellen Geschmack als geschlechterspezifische Farbvorlieben für ausschlaggebend.

Warum die eine Farbe in oder out ist und Nicht-Farben wie Schwarz und Grau sich konstanter Beliebtheit erfreuen, hat unterschiedliche Gründe. "Der aktuell hohe Stellenwert des Themas Ökologie führt dazu, dass Naturfarben an Bedeutung gewinnen", sagt Mark Gutjahr von BASF Coatings. "Vor allem erwarten wir einen Grün-Trend. Diese Farbe hat lange Zeit kaum eine Rolle gespielt." Daneben bleibe Blau weiter im Trend, was auf die Themen Digitalisierung und Technologie zurückzuführen sei.

Der Lackexperte rechnet damit, dass ungewöhnliche Texturen und Oberflächen auf den Motorhauben zunehmen werden. "Farben mit technischem Charakter haben oft sehr komplexe Effekte, die gezielt mit dem Lichteinfall interagieren", erklärt Gutjahr. So könne der Lack virtuell haptischer wirken oder durch neue Konzepte tatsächlich rauer sein. Aktuell hat BASF einen Effekt entwickelt, bei dem kleinste Glaspartikel im Lack bei Sonneneinstrahlung für ein unterschiedlich starkes Funkeln sorgen.

Warum sind Schwarz, Grau und Silber so beliebt?

Geht es um Schwarz, Grau und Silber, spielt vor allem auch der Werterhalt der Fahrzeuge eine Rolle. "Bei Flottenfahrzeugen gibt es häufig eine Limitierung auf gedeckte Farben, weil noch immer die Meinung vorherrscht, dass sich diese am einfachsten wiederverkaufen lassen", erläutert Wassertheurer. Umgekehrt sei es unter Umständen schwieriger, Autos in Modefarben zu verkaufen, meint ACE-Mann Hack: "Trendfarben, wie es beispielsweise vor ein paar Jahren Braun war, können sich auch negativ auf den Preis auswirken."

Im Mainstream hingegen sei der Wiederverkauf leichter. Entsprechend würden auch Polizeiautos oder Taxen seit Jahren bevorzugt in Grau oder Schwarz geordert und dann mit entsprechenden Folien beklebt, berichtet Hack. Haben die Fahrzeuge ihr Dienstende erreicht, wird die Folie wieder abgezogen und das Auto ist optisch wie neu.

Welcher Lack kostet mehr?

Ob eine Farbe Aufpreis kostet, hängt vor allem vom Aufwand der Lackierung ab. "Eine Metalliclackierung oder ein Mattlack ist schlicht aufwendiger in der Verarbeitung und kostet daher mehr", sagt Wassertheurer. Zweischichtige Unilacke wie Schwarz und Weiß hingegen gibt es meist ohne Aufpreis. Allerdings: Weiß ist nicht gleich Weiß. Immer öfter finden sich auch verschiedene Weißtöne in den Konfiguratoren. "Autos weiß zu lackieren ist technisch sehr anspruchsvoll, weil die Fahrzeuge bei den aktuellen Tönen, die Glanz- und Glimmerpartikel enthalten, eine Extra-Farbschicht benötigen - und die macht eine zweite Basislackschicht erforderlich", erläutert Gutjahr.

Bei der Sicherheit kann die Farbe eine Rolle spielen. "Sicherlich wäre es hierzu förderlich, wenn alle Autos eine Signalfarbe wie Leuchtgelb oder Knallorange hätten", meint Hack. Ein weißes Auto werde bei Schnee oder Nebel nicht mehr so gut wahrgenommen, ein schwarzer oder dunkler Wagen hebe sich nachts kaum ab. "Da mittlerweile alle Fahrzeuge heute über ein Tagfahrlicht verfügen, sind aber im Grunde auch alle gut sichtbar", meint Wassertheurer.

Zeig mir dein Auto und ich sag dir wer du bist

Lamborghini Veneno Roadster
Die Wahl der Farben ist wohl eine Frage der Emotion. Gerade beim Auto. Wer fährt welche Farbe und wie wirkt sie? Der Aspekt Sicherheit spielt für den Käufer keine große Rolle mehr. Rot gilt als Signalfarbe wirkt frech und sportlich. Allerdings nimmt das menschliche Auge Rot in der Dämmerung kaum war. © Lamborghini
Mazda3
Rot ist jedoch die ideale Auto-Farbe für Leute die aufallen möchten. Der Fahrer ist impulsiv und kontaktfreudig. Auch legt er sich gerne mal an und trägt Zweikämpfe aus. © Mazda
Auto Farbe Lack
Je nach Dunkelheit des Grau (von silbergrau bis graphit) setzt sich die Farbe schwer gegen die Straße ab. Die Entfernung eines grauen Wagens wird leicht überschätzt. Daher sind graue Fahrzeuge häufig in Unfälle verwickelt.  © Hersteller
Auto Farbe Lack
Die Farbe Silber verspricht Sinn für Stil. Doch wer diese Farbe wählt, hält sich auch für etwas Besseres.  © Hersteller
Auto Farbe Lack
Gelb ist wohl die auffälligste Farbe im Straßenverkehr und wirkt auch in der Dämmerung. Wer auch im Leben nicht übersehen werden will, wählt gelb. Der strahlende Ton ist etwas für Individualisten und Optimisten.  © Hersteller
Auto Farbe Lack
Babyblau und Hellblau wirken leicht und lassen manche schweren Modelle jedoch auch weniger stabil wirken.  © Hersteller
Auto Farbe Lack
Ein zuverlässiger und vorausschauender Typ bevorzugt Hellblau. Der Fahrer gilt als Team-Player, doch leider auch als phantasielos. © Hersteller
Auto Farbe Lack
Vornehm, frisch und dynamisch - das steht für Blau. Die perfekte Wahl für eine Diplomaten-Karossen oder ein Dienstfahrzeug. Denn Blau wirkt etwas weniger erhaben als Schwarz. Charakter des Fahrers bzw. Chauffeurs: Team-Player, doch leider auch phantasielos. © Hersteller
BMW Z4
Braun steht für Bourgeoisie: Die Töne gelten als undynamisch und bürgerlich. Vielleicht liegen die Brauntöne deshalb bei Fahrern der höheren Preisklasse im Trend.  © BMW
Auto Farbe Lack
Dunkles Orange, Rostbraun, Schwarzbraun und das Gold der Erde strahlen dagegen Sicherheit und Wohlgefühl aus.  © Hersteller
Auto Farbe Lack
Beige ist besonders in der Nacht leicht erkennbar. Die Farbe wird als leicht, sportlich und auch fromvergrößernd wahrgenommen. Der Farbpsychologen beschreibt den Fahrer jedoch als introvertiert mit einer Neigung zu Depressionen. © Hersteller
Auto Farbe Lack
Schwarz verleiht einem Wagen mehr Gewicht, Vornehmheit und Seriösität. Der Fahrer gilt als autoritär, selbstbewußt, ehrgeizgetriebener Erfolgsmensch. Die Farbe demonstriert Macht, doch verzichtet der Fahrer auch mal großzügig auf die Vorfahrt. © Hersteller
Caterham Aero Seven
Der Fahrer ist auf alle Fälle kontaktfreudig, löst sich vom Statusdenken und ist offen für Neues. © Caterham
Grün gilt als sicher, leicht und naturfroh. Es ist eine echte Sommerfarbe, denn im Winter kann hellgrün auch giftig wirken. 
Grün gilt als sicher, leicht und naturfroh. Es ist eine echte Sommerfarbe, denn im Winter kann hellgrün auch giftig wirken.  © Auto-Medienportal.Net
Auto Farbe Lack
Weiße Autos werden bei jeder Witterung gesehen, doch wirken weiße Modelle leichter. Der Fahrer gilt als unauffällig, sensibel, zurückhaltend und pflichtbewusst. Sie waschen häufig ihre Wagen und beachten die Straßenverkehrsordnung. © Hersteller
Jaguar XJR
Mehr zum Thema Farbe, Wirkung und die Charaktereigenschaft des Fahrer finden Sie im Internet unter www.farbeundleben.de © Jaguar

dpa/tmn

Das könnte Sie auch interessieren

Weitere Fotostrecken des Ressorts

James Bond oder Batman? Das sind die besten Filmautos aller Zeiten
Für viele Autofans sind sie die wahren Stars im Kino: Filmautos. Aber welches ist das beliebteste? Dieser Frage ging …
James Bond oder Batman? Das sind die besten Filmautos aller Zeiten
Kuriose Blitzer-Bilder: Die verrücktesten Radarfotos
Mit Laserpistolen und Radarfallen macht die Polizei Jagd auf Temposünder. Dabei kommt es auch zu ungewöhnliche …
Kuriose Blitzer-Bilder: Die verrücktesten Radarfotos

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.