Vorbildlich: Laut ADAC liegt die Anschnallquote in Deutschland bei 98 Prozent

Der Automatikgurt als Lebensretter

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Schwarz, schlicht, funktional: Über den Sicherheitsgurt machen sich die wenigsten Autofahrer Gedanken. Er ist halt da. Dabei sind die Lebensretter der neuesten Generation intelligente Helfer, die maßgeblich zur Insassensicherheit beitragen.

Einsteigen, anschnallen, Motor starten – fast alle Autofahrer befolgen diese Reihenfolge. Laut ADAC liegt die Anschnallquote in Deutschland bei 98 Prozent. Wer darauf verzichtet, fährt gefährlich. Denn die übrigen 2 Prozent verunglücken bei einem Unfall überproportional schwer.

Die Gurtanlegequote ist in den vergangenen Jahren zwar immer weiter gestiegen. „Trotzdem ist immer noch jeder fünfte getötete Autoinsasse zum Zeitpunkt des Unfalls nicht angeschnallt“, sagt Constantin Hack von Auto Club Europa (ACE).

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Wie sehr der Gurt ein Lebensretter ist, zeigen die Zahlen des Statistischen Bundesamts: Anfang der 70er Jahre, noch ohne Gurtpflicht, war der Höchststand mit jährlich 20 000 Unfalltoten in Deutschland erreicht. 2015 starben 3475 Menschen. Zu verdanken ist das vor allem dem Automatikgurt. Der kam 1970 auf den Markt. Vorher gab es nur einfache Becken- oder starre Dreipunktgurte, die umständlich der Fahrergröße angepasst werden mussten.

Seit dem 1. Januar 1974 müssen alle Neufahrzeuge in Deutschland über einen Dreipunktgurt auf den Vordersitzen verfügen. Seit 2004 ist er auch auf allen anderen Sitzplätzen vorgeschrieben. Seit 2006 gibt es eine EU-weite Gurtpflicht. Die Anschnallpflicht tauchte erstmals zum 1. Januar 1976 in der Straßenverkehrsordnung auf.

Auf den ersten Blick hat sich beim Dreipunktgurt in den vergangenen 30 Jahren nicht viel getan: Der erste Punkt befindet sich im unteren Bereich der B-Säule, der zweite Punkt ist das Gurtschloss am Sitz und der dritte Punkt der Umlenker im oberen Bereich der B-Säule. An dieser Funktionalität an sich hat sich nichts verändert.

Effektiver Schutz

Im Detail ist das System aber komfortabler, effektiver und intelligenter geworden. „Bei den heutigen Sicherheitsgurten gibt es Straffsysteme, Kraftbegrenzersysteme und inzwischen auch aktive Gurtsysteme“, sagt Swen Schaub vom Bereich der Insassenschutzsysteme bei ZF Friedrichshafen. „Die sorgen zum Beispiel dafür, dass der Insasse schon vor einem Aufprall in eine günstigere Sitzposition gebracht wird.“ Denn der Gurt ist heute Teil eines Gesamtsystems der passiven Sicherheit aus Airbags, Sitz und Kopfstützen. Verknüpft mit Sensoren, regulieren moderne Gurte die Krafteinwirkung auf den Körper und berücksichtigen dabei auch Gewicht und Sitzposition der Insassen. Sitz und Kopfstütze werden bei einem zu erwartenden Aufprall automatisch in die optimale Position gebracht. (tmn)

Von Claudius Lüder

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