Erste Testfahrten in den USA

Autonomes Fahren: Audi testet erstmals in New York

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Audi plant neuerliche Testfahrten für autonomes Fahren - diesmal im Bundesstaat New York.

Es ist eines der Trendthemen in der Autoindustrie: Autonomes Fahren. Audi hat sich nun erneut eine Lizenz geschnappt und beginnt Mitte Juni mit Testfahrten.

Erst Anfang Mai erhielt Audi den Automotive Innovation Award 2017 in der Kategorie Premiumhersteller. Eines der Themenfelder, das in die Bewertung mit einfloss, hieß Autonomes Fahren. Ein Thema, das Audi offensichtlich sehr am Herzen liegt.

Dazu passt, dass sich die Ingolstädter nun auch die erste Lizenz für Testfahrten im Bundesstaat New York schnappte. Dieser hatte vergangenen Monat ein Bewerbungsverfahren für Unternehmen gestartet, die autonome Fahrzeuge testen wollen. Audi schlug zu und wird in den kommenden Wochen in der Nähe von Albany mit den Tests beginnen.

Autonomes Fahren: Nicht die ersten Audi-Tests in den Staaten

Die neuerlichen Testfahrten, die mit einem Audi A7 in der New Yorker Landeshauptstadt durchgeführt werden, sind nicht die ersten dieser Art. Bereits in den Jahren 2012 und 2013 hatte Audi - als erster Automobilhersteller überhaupt - umfassende Tests im öffentlichen Verkehr gemacht und Tausende von Test-Meilen zurückgelegt.

Laut dem Online-Portal Techcrunch wird der A7 so präpariert, dass er Fahrübungen auf SAE-Level-3 bewältigen kann. Das bedeutet, dass das Fahrzeug unter bestimmten Voraussetzungen fast unbeaufsichtigt fahren kann. Dafür müssen jedoch die Rahmenbedingungen stimmen, also nur bestimmte Geschwindigkeiten und kein Schnee. Außerdem muss immer ein Fahrer an Bord sein, der bei Bedarf eingreifen kann.

Bei den Tests in Albany werden zwei ausgebildete Ingenieure im Auto sitzen. Einer auf dem Fahrersitz und einer im Fond, um die Autosysteme zu überwachen. Um für zusätzliche Sicherheit zu sorgen, wird auch die New Yorker Staatspolizei vor Ort sein. Sie hat die Strecke bereits überprüft und genehmigt. Und auch das Department of Motor Vehicles (DMV), also die US-Straßenverkehrsbehörde, gab grünes Licht für die Testfahrten.

Marktreife bereits 2018?

Audi will damit offensichtlich einen weiteren Schritt in Richtung autonomes beziehungsweise teil-autonomes Fahren gehen. Das Level-3-System samt "Traffic Jam Pilot" soll bereits 2018 Marktreife erreichen. Auf einer geteilten Autobahn ermöglicht es das autonome Fahren, also ohne Hände am Lenkrad, bis zu einem Tempo von 35 Meilen pro Stunde (rund 56 km/h). Das Level-3-System sei zudem bereits in der Lage, das Fahrzeug anzuhalten, sollte der Fahrer nicht reagieren.

Ist dieses Ziel erreicht, soll laut Techcrunch bis 2020/2021 das Level-4-System folgen. Das Fahrzeug könnte dann autonom mit Autobahngeschwindigkeit fahren und selbstständig die Spuren wechseln. Um diese durchaus ehrgeizigen Ziele zu realisieren, will Audi auch mit NVIDIA, Hersteller von Grafikkarten und Chipsätzen, kooperieren. Für sicheres autonomes Fahren ist viel Rechenleistung und künstliche Intelligenz erforderlich.

Auch interessant: Brauchen Busse in der Zukunft keine Fahrer mehr? Und: Wie sich Autos immer mehr zu rollenden Computern entwickeln.

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Vernetzt und autonom: Mit künstlicher Intelligenz soll das Auto nicht nur Daten sammeln, sondern Erfahrungen und diese auch deuten lernen. Foto: ZF Friedrichshafen AG/dpa-tmn
Vernetzt und autonom: Mit künstlicher Intelligenz soll das Auto nicht nur Daten sammeln, sondern Erfahrungen und diese auch deuten lernen. Foto: ZF Friedrichshafen AG/dpa-tmn © ZF Friedrichshafen AG
Im Gewusel links lang oder besser rechts? Gas geben oder lieber bremsen? Solche komplexen Entscheidungen sollen Autos künftig autonom treffen und aus ihren Erfahrungen lernen. Foto:Thomas Geiger/dpa-tmn
Im Gewusel links lang oder besser rechts? Gas geben oder lieber bremsen? Solche komplexen Entscheidungen sollen Autos künftig autonom treffen und aus ihren Erfahrungen lernen. Foto:Thomas Geiger/dpa-tmn © Thomas Geiger
Herausforderung: Autos von Morgen sollen auch in solchen unübersichtlichen Situationen autonom und sicher fahren. Foto: Thomas Geiger/dpa-tmn
Herausforderung: Autos von Morgen sollen auch in solchen unübersichtlichen Situationen autonom und sicher fahren. Foto: Thomas Geiger/dpa-tmn © Thomas Geiger
Trainieren statt Programmieren: "Die Software muss Muster erkennen und daraus die richtigen Schlüsse ziehen", sagt der Chef des Chipherstellers Nvidia Jen-Hsun Huang. Foto: Nvidia/dpa-tmn
Trainieren statt Programmieren: "Die Software muss Muster erkennen und daraus die richtigen Schlüsse ziehen", sagt der Chef des Chipherstellers Nvidia Jen-Hsun Huang. Foto: Nvidia/dpa-tmn © Nvidia
"Denkende" Autos: Auch Hersteller wie Audi forschen am sogenannten Deep Learning. Irgendwann soll ein Auto selbst erkennen, was zum Beispiel ein Hindernis ist und ob es ausweichen oder besser anhalten sollte. Foto: Audi AG/dpa-tmn
"Denkende" Autos: Auch Hersteller wie Audi forschen am sogenannten Deep Learning. Irgendwann soll ein Auto selbst erkennen, was zum Beispiel ein Hindernis ist und ob es ausweichen oder besser anhalten sollte. Foto: Audi AG/dpa-tmn © Audi AG

mop

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