Schaden am Wohnmobil

Bodenschwelle nicht erkennbar: Versicherung muss zahlen

+
Die Richter nehmen die Versicherung in die Pflicht. Diese muss für den Schaden am Wohnmobil aufkommen. Foto: Nicolas Armer/dpa

Oft zählen Details bei der Frage, ob der Versicherungsschutz greift oder nicht. Sieht ein Autofahrer eine Bodenschwelle nicht und fährt deshalb mit normaler Geschwindigkeit weiter, liegt in der Regel ein versicherter Unfall vor.

München/Berlin (dpa/tmn) - Autofahrer riskieren ihren Versicherungsschutz, wenn sie zu schnell über eine Bodenschwelle fahren. In solchen Fällen muss der Versicherer unter Umständen nicht für Schäden am Wagen aufkommen. Anders ist die Lage, wenn die Schwelle nicht erkennbar war.

Hat ein Autofahrer eine Bodenschwelle nicht gesehen und ist mit normaler Geschwindigkeit darüber gefahren, dann liegt ein versicherter Unfall vor. So urteilte das Landgericht München II (Az.: 10 O 3458/16), wie die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins mitteilt.

Im verhandelten Fall fuhr ein Mann mit seinem Wohnmobil über eine Bodenschwelle. Dabei zeigte die Geschwindigkeitsanzeige 50 km/h. Am Wohnmobil entstand ein erheblicher Schaden von rund 12 000 Euro. Der Mann forderte vom Versicherer Schadenersatz. Seiner Überzeugung nach lag ein Unfall vor, zumal er die Bodenschwelle aufgrund schlechter Sichtverhältnisse nicht erkennen konnte. Der Versicherer wollte dafür nicht aufkommen - denn hier liege ein sogenannter Betriebsschaden vor. Dieser sei nicht versichert.

Die Richter gaben dem Mann Recht. Nach ihrer Auffassung lag in diesem Fall ein Unfall und kein Betriebsschaden vor - und Unfälle eines Fahrzeuges sind versichert. Ausschlaggebend für einen Unfall ist, dass ein Ereignis mit mechanischer Gewalt plötzlich von außen auf das Fahrzeug einwirkt. Die Bodenschwelle kam für den Fahrer unvermittelt - und damit plötzlich im Sinne der Versicherungsbedingungen. Da der Mann glaubhaft darlegen konnte, dass er diese nicht erkennen konnte, musste der Versicherer den Schaden übernehmen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.