Die Cabrio-Saison beginnt

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Für Cabriofahrer gibt es im Grunde nur zwei Jahreszeiten: die gute und die schlechte. Schlecht ist vor allem jene lange Zeit, in der mieses Wetter und tiefe Temperaturen das Fahren mit geöffnetem Dach oder Verdeck unmöglich machen.

Also genau jene Monate, die nun bald hinter den Besitzern solcher Autos liegen.

Mit dem Frühling beginnt dann wieder die gute Jahreszeit für Offenfahrer. Die sollte allerdings nicht einfach mit dem Öffnen des Verdecks angegangen werden. Nach einer Winterpause - aber auch nach einem durchfahrenen Winter - ist etwas Kontrolle und Pflege ratsam.

Die gute Nachricht für Besitzer eines modernen Cabrios: Die aktuellen Fahrzeuge sind qualitativ meist auf einem hohen Stand, es sollte nicht viel zu tun sein. Allerdings werden gerade die jüngeren Fahrzeuge wegen ihrer absoluten Alltagstauglichkeit auch während der Wintermonate genutzt. Dabei darf nicht vergessen werden, dass es trotz allem noch Unterschiede zum festen Dach gibt. Ein Stoff- oder Kunststoffverdeck kann zwar nicht rosten. Der Automobilclub von Deutschland (AvD) weist aber darauf hin, dass das aggressive Streugut nach den vielen Fahrten über winterliche Straßen unschöne Flecken und Ränder im Stoff hinterlassen kann.

Dem Verdeck sollte also auch bei einem noch jungen Cabrio etwas Aufmerksamkeit geschenkt werden. Wie eine Reinigung aussieht, dafür gibt es einige allgemeine Hinweise - aber auch von Modell zu Modell Unterschiede. „Es ist auf jeden Fall wichtig, die Bedienungsanleitung zu lesen. Darin finden sich auch Hinweise zur Autowäsche sowie weitere Pflegetipps“, erklärt Arnulf Thiemel vom Technikzentrum des ADAC in Landsberg in Bayern.

Dabei geht es auch um die häufige Frage, ob ein Cabrio in die Waschanlage darf oder nicht. In diesem Zusammenhang wird oft vor der Wäsche mit Heißwachs gewarnt, da Wachs bei Stoffverdecken Rückstände hinterlassen kann. Laut Thiemel gibt es Verdecke, die auch mal eine solche Wäsche vertragen. Das sind allerdings meist die Ausführungen mit einer Kunststoffbeschichtung. Aber auch in diesem Zusammenhang gibt der Blick in die Bedienungsanleitung Aufschluss.

Durchweg wird dazu geraten, ein Cabrioverdeck schonend zu behandeln - was meist bedeutet, dass die Reinigung per Hand erfolgen sollte. Fährt ein Cabriobesitzer zu diesem Zweck in eine der in vielen Städten zu findenden Waschboxen, findet er dort in der Regel auch eine Möglichkeit, dem Dreck mit einem Hochdruck-Wasserstrahl zu Leibe zu rücken. Das gilt als praktisch, ist aber nicht ohne Risiko.

„Bei so einem Hochdruckstrahl sollte ein Abstand von mindestens 40 Zentimetern eingehalten werden, besser noch ist ein Meter Abstand“, rät Sabine Götz, Sprecherin des AvD. Denn einem aus direkter Nähe mit viel Druck auf den dünnen Stoff treffenden Wasserstrahl hat auch ein modernes Verdeckmaterial wenig entgegenzusetzen. Dauerhafte Schäden können die Folge sein. Wird von Hand gewaschen und gepflegt, geht es vor allem um die Frage, wie verschmutzt das Verdeck wirklich ist. Sieht alles noch ordentlich aus, genügt meist eine Routinepflege. Das bedeutet laut dem ADAC trockenes Abbürsten mit weicher Naturborste. „Die Streichrichtung folgt der Stoffstruktur“, so Arnulf Thiemel.

Auf keinen Fall darf ein Verdeck mit einer Bürste mit Metallborsten malträtiert werden. Findet sich etwas mehr Dreck am Dach, wird nass gereinigt. Dabei sollte zunächst nur klares und kaltes Wasser zum Einsatz kommen, dazu dann die Bürste. Für hartnäckige Verschmutzungen gibt es spezielle Verdeckreiniger. Auch hier gilt allerdings: Zunächst in die Bedienungsanleitung schauen, welches Mittel der Stoff verträgt. Hat das Cabrio schon ein paar Jahre auf dem Buckel, dann kann es ratsam sein, sich das Verdeckgestänge einmal anzuschauen. Etwas Schmierung an den Gelenken kann je nach Modell nicht schaden.

Ist das Wetter bereits ziemlich frühlingshaft, sollte trotzdem nach einer Wäsche nicht gleich offen losgefahren werden. Das Verdeck muss erst gründlich durchtrocknen, bevor es geöffnet wird. Immer wieder kommt außerdem gerade zum Saisonstart eine Frage rund um das Cabriolet auf: Ein dichtes Verdeck schützt zwar vor Regen - aber wie sieht es bei Gewitter aus? Der Automobilclub ACE gibt in diesem Zusammenhang Entwarnung: Wie bei einer festen Karosserie bildet auch das Verdeckgestände mit dem Auto einen schützenden Faradayschen Käfig - allerdings logischerweise nur in geschlossenem Zustand. dpa

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