Caravan-Salon 2010: Grüner Campen 

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Camping und Caravan wird grün: Auf dem Caravan Salon in Düsseldorf (28.08. bis 5.09.2010) sind die Neuigkeiten zu sehen.

Solarmarkise, Hybrid-Antrieb und windschnittig wie nie - die Caravan-Branche gibt sich umweltbewusster denn je. Auf dem Caravan Salon in Düsseldorf (28.08. bis 5.09.2010) sind die Grünen zu sehen. 

Die Caravan- und Reisemobilbranche atmet auf. Nach der Durststrecke im vergangenen Jahr blickt sie wieder mit Zuversicht in die Zukunft. Aufwind verspürt deshalb auch die Leitmesse: Der Caravan Salon war nach Angaben der Messe Düsseldorf schon frühzeitig ausgebucht. Insgesamt präsentieren vom 28. August bis 5. September 580 Aussteller ihre Neuigkeiten, darunter 120 Caravan- und Reisemobilmarken. Ein Trend in diesem Jahr ist “Green Caravaning“, wie der Name einer Sonderschau verheißt.

Das Thema Umweltschutz greift die Messe in größerem Stil als zuvor auf. Im Vordergrund steht die Einsparung von Energie und Emissionen. “Eine intakte Umwelt ist die natürliche Grundlage für den Caravan- und Reisemobilurlaub“, stellen die Organisatoren fest.

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Neben dem Dettifoss auf Island... © westermann
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Zwar haben die Malediven auch Sandstrände, doch die Nordsee ist ja quasi vor der Tür. © dpa
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Im Himalaya befinden sich zehn der 14 höchsten Gipfel der Welt. © dpa
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Das Paddel sticht ins klare Wasser, langsam gleitet das Kanu voran. Im Schilf stelzt ein Reiher, am Himmel kreist ein Fischadler... viele kleine Wasserwege durchziehen die mecklenburgischen Seenplatte. © fkn
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In Kanada steht hinter der nächsten Biegung vielleicht ein Elch. © dpa
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Dort präsentiert Ex-Modell Liz Hurley ihre Kollektion im Outlet Village Ingolstadt. © dpa
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Es ist dort wesentlich entspannter als in in den amerikanischen Shopping Malls. © dpa
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Botanik- und Gartenfreunde kommen auf der Insel Mainau voll auf ihre Kosten. Das milde Klima auf der Bodenseeinsel lässt Palmen und subtropische Vegetation von März bis Oktober gedeihen.  © dpa
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Im Südwesten England herrscht das selbe milde Klima. © dpa
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Wenn die Sonne scheint, ist es fast wie in Afrika. Im 200 Hektar großen Serengeti Safaripark Hodenhagen in Niedersachsen tummeln sich Antilopen, Giraffen, Gnus, Flamingos, Löwen, Geparde, Nashörner, Elefanten und Zebras © fkn
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Heißwassergeysir in Yellowstone Nationalpark in den USA. © dpa

Die Industrie bemüht sich unter dem Stichwort Leichtbau um stetige Gewichtsoptimierung der Fahrzeuge, sparsamere und abgasärmere Motoren sowie die Verbesserung des Luftwiderstandes. Zum Beispiel werden der “Aero Van“ vom Hersteller Bürstner mit einem stark reduzierten Luftwiderstand sowie ein neu entwickelter Hybridantrieb für Reisemobile gezeigt.

Als umwelttauglich - zumindest in Bezug auf die städtischen Umweltzonen - konnten auch Alt-Fahrzeuge schon im vergangenen Jahr etikettiert werden: 2009 wurden auf der Messe erstmalig Rußpartikelfilter als Nachrüstoption präsentiert. Seitdem wurden den Angaben zufolge viele ältere Modelle aufgerüstet, die nun mit grüner Plakette in die Umweltzonen der Innenstädte dürfen.

Die Branche rühmt sich ohnehin seit einer Studie des Öko-Instituts in Freiburg aus dem Jahr 2007 mit dem Befund: “Caravaning ist besonders umweltfreundlicher Urlaub.“ Pro Tour mit dem Reisemobil entstünden rund ein Drittel weniger Treibhausgasemissionen als im Durchschnitt aller anderer Reiseformen. Laut dem Forum Anders Reisen, das sich nachhaltigem Tourismus verpflichtet sieht, unterscheidet sich der Urlaub mit dem Reisemobil hinsichtlich der CO2-Bilanz aber nicht grundsätzlich von anderen “bodengebundenen Reisen“. Insbesondere bei Pkw und Wohnmobil sei ausschlaggebend, mit wie vielen Personen das Fahrzeug besetzt ist.

Interessante Neuerungen haben viele Hersteller auch bei den Fahrzeug-Details zu bieten: Zu sehen sind auf der Messe unter anderem Markisen mit Solarzellen oder eine mit dem Flüssiggas LPG arbeitende Brennstoffzelle. Diese versorgt sowohl die Aufbaubatterie als auch Geräte im Innenraum mit Strom. Vorgestellt wird auch eine Toilette mit einem Inlay aus Keramik, deren Spülung weniger Wasser verbraucht. Ebenso eine neue Idee sind abgedunkelte Scheiben zum nachträglichen Einbau, die an sonnigen Tagen die Klimaanlage entlasten sollen.

Anders als im Vorjahr ist die Stimmung in der Branche wieder optimistisch. “Die Zulassungszahlen haben die Erwartungen übertroffen“, stellt Christof Sambel vom Caravaning Industrie Verband (CIVD) in Frankfurt nach dem wirtschaftlich schlechten Vorjahr erleichtert fest. So seien im ersten Halbjahr 2010 mit insgesamt 12 433 Fahrzeugen 4,3 Prozent mehr Reisemobile als im Vorjahreszeitraum angemeldet worden. Bei den Caravans sind die Zahlen mit einem Minus von 4,4 Prozent zwar weiter rückläufig, doch nach zweistelligen Verlustwerten zuvor kehrt die Zuversicht zurück: “2011 rechnen wir hier wieder mit einem wachsenden Markt“, sagt Sambel.

Die Zeichen stehen also auf Aufschwung. In den Messehallen werden folglich wieder mehr neue Modelle und Grundrisse vorgestellt, sagt eine Sprecherin der Messe Düsseldorf. Immer beliebter werden demnach besonders kompakte Reisemobile, die auch im Alltag einsetzbar sind, aber keineswegs den Verzicht auf Luxus bedeuten müssen. “Das liegt an komfortableren Innenraumkonzepten, der Raum wird immer besser genutzt“, erläutert Christof Sambel die Entwicklung. Einen weiteren Grund für die Popularität sehen die Organisatoren darin, dass seit 1999 mit dem Führerschein der Klasse B nur noch Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht gefahren werden dürfen.

Trotz des in diesem Jahr groß aufgezogenen grünen Themas wäre die Leitmesse nicht die Leitmesse, würde sie sich nicht auch Superlativen widmen. Zwar stehen schon Wohnwagen für zwei Personen ab 5000 Euro Listenpreis in den Hallen. Doch als krisenfest gelten seit jeher die Spielzeuge der Superreichen: die Luxusliner, die nach Kundenwunsch zum Beispiel mit Marmorbad oder integrierter Garage für einen Roadster ausgebaut werden. Solche Mobile haben mitunter das Format eines Reisebusses und sind für Preise “im hohen sechs- oder siebenstelligen Bereich“ zu haben, sagt Sambel. Mit ökologischem Bewusstsein haben Ausnahmegefährte wie diese dann nur noch am Rande zu tun - in der Sonderschau “Green Caravaning“ werden sie sicher nicht im Zentrum stehen.

Stefan R. Weißenborn, dpa

Der Caravan Salon Düsseldorf 2010

ANREISE: Über die Autobahn 44 bis zur Ausfahrt D-Messe/Arena. Die Großparkplätze P1 und P2 sind beschildert, ebenso wie das Caravan-Center für die Anreise mit eigenem Reisemobil oder Wohnwagengespann. Für Camper stehen 1800 Stellplätze zur Verfügung (Anreise bis Donnerstag wird empfohlen). Während der Messelaufzeiten pendelt ganztägig ein Shuttle-Bus.

ÖFFNUNGSZEITEN: Von Samstag, 28. August, bis Sonntag, 5. September, jeweils von 10.00 bis 18.00 Uhr.

EINTRITT: Erwachsene zahlen 12 Euro, Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren 5 Euro. Studenten, Schüler und Auszubildende zahlen 8 Euro.

INFOS IM INTERNET Unter www.caravan-salon.de

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