"Zeitgeistig"

Ist Carsharing ein Auslaufmodell?

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Carsharing boomt. Dennoch hat das Konzept für manche Mobilitätsexperten keine Zukunft.

Momentan boomt Carsharing. Besonders in Großstädten kann das geteilte Auto eine echte Alternative zum eigenen sein. Doch ist das Konzept noch zukunftsfähig?

Eigentlich ist Carsharing gerade so populär wie nie - gerade in Großstädten boomt das Konzept. Mit dem Smartphone einfach das nächst gelegene Fahrzeug reservieren, mit Kundenkarte oder Handy öffnen und nach PIN-Eingabe losfahren. Und das inklusive Parkgebühren und Benzinkosten.

Auch wenn es für längere Strecken auch ziemlich teuer werden kann, praktisch ist es allemal. Vor allem für die, die keinen eigenen Pkw besitzen.

"Zeitgeistig": Ist Carsharing ein Auslaufmodell?

Jüngst wurde zudem berichtet, dass sich die beiden bekanntesten Carsharing-Anbieter DriveNow und Car2Go sogar zusammenschließen könnten. Trotzdem soll Car-Sharing ein Auslaufmodell sein.

In zehn bis 15 Jahren sei Schluss damit, meint zumindest der Mobilitäts-Experte von Daimler, Alexander Mankowsky. Er bezeichnete die gemeinsame Nutzung von Fahrzeugen auf der Internet-Konferenz re:publica als sehr "zeitgeistig". 

Niemand wolle auf Dauer sein Gepäck für den täglichen Gebrauch aus dem Auto räumen und für die nächste Fahrt wieder mitnehmen.

Wenn nicht Carsharing: Wie lässt sich Mobilität in der Zukunft gestalten? 

Stattdessen sei neben dem Individualverkehr vorstellbar, dass Fahrzeuge in Zukunft nur für spezielle Zwecke unterwegs sind. Zum Beispiel als mobile Büroräume oder als flexible Komponenten, etwa für die Fabrikation von Kleidung.

Mankowsky erläuterte auf der re:publica, die sich jedes Jahr Themen rund um die digitale Gesellschaft widmet, wie die Interaktion zwischen automatisierten Fahrzeugen und Menschen gestaltet werden könnte.

Seiner Meinung nach müssten Auto-Hersteller den Menschen verständlich machen, wie sich ein autonomes Fahrzeug in einer bestimmten Situation verhält: "Mobilität funktioniert auf einem vorbewussten Level. Wir rechnen uns nicht vorher aus, wie sich etwas verhalten wird, das passiert von allein - durch Empathie." Während seiner Ausführungen stellte er auch aktuelle Konzepte und Herausforderungen vor. 

Autonome Fahrzeuge sind bislang noch Zukunftsmusik

Eine denkbare Lösung sind laut Mankowsky etwa Fahrzeuge, die mithilfe von Display-Flächen an der Front des Wagens und Lichtzeichen signalisieren, ob sie einen Fußgänger erkannt haben. Umgekehrt könnte auch die Fahrzeugkarosserie Signale abgeben und einem Fußgänger beispielsweise durch Wackeln anzeigen, ob er die Straße überqueren kann. Autonom fahrende Fahrzeuge müssten sich einfügen, damit der Verkehr weiter problemlos fließen könne, so Mankowsky weiter.

Autonome Autos werden sich nach Einschätzung des Experten aber erst nach und nach verbreiten. Automatisierte Fahrzeuge seien schließlich auch noch "relativ teuer." 

Als erste Einsatzmöglichkeiten sieht er Roboter-Taxis und Autobahn-Piloten, in Städten würden sich hingegen zunächst nur automatisierte Kleinbusse etablieren. Mercedes-Benz etwa stellte Ende April seinen ersten autonom fahrenden Stadtbus, den "Future Bus", der Öffentlichkeit vor.

Trotz dieser Prognosen, für den Moment ist Carsharing noch auf dem Vormarsch. Diese Dinge sollten Sie dabei aber beachten.

Auch interessant in Sachen Mobilität der Zukunft: Audi testet in New York erneut neue Konzepte zum autonomen Fahren.

Parkplatzkampf im Großstadtdschungel

Nicht auf die Pelle rücken: Autofahrer sollten dem Vorder- und Hintermann genügend Spielraum zum Rangieren lassen. Foto: Florian Schuh
Nicht auf die Pelle rücken: Autofahrer sollten dem Vorder- und Hintermann genügend Spielraum zum Rangieren lassen. © Florian Schuh
Nahkampfspuren: Beulen, Risse und Kratzer können auch durch Parkrempler entstehen. Foto: Inga Kjer
Nahkampfspuren: Beulen, Risse und Kratzer können auch durch Parkrempler entstehen.  © Inga Kjer
Nicht kreuz und quer: Parkplatzmarkierungen sind verbindlich. Foto: Florian Schuh
Nicht kreuz und quer: Parkplatzmarkierungen sind verbindlich. © Florian Schuh
Ausfahrt geblockt: Bei einem Privatgrundstück ist es Sache des Eigentümers, ob er einen Abschleppdienst ruft. Bei den Kosten dafür muss er aber erst einmal in Vorleistung gehen. Foto: Florian Schuh
Ausfahrt geblockt: Bei einem Privatgrundstück ist es Sache des Eigentümers, ob er einen Abschleppdienst ruft. Bei den Kosten dafür muss er aber erst einmal in Vorleistung gehen. © Florian Schuh
Dicht an dicht: Der seitliche Abstand sollte den anderen Verkehrsteilnehmern noch genügend Raum zum Ein- und Aussteigen lassen. Foto: Florian Schuh
Dicht an dicht: Der seitliche Abstand sollte den anderen Verkehrsteilnehmern noch genügend Raum zum Ein- und Aussteigen lassen.  © Florian Schuh

mop/Mit Material von dpa

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